Frankreich macht Gesichtserkennung bei der staatlichen digitalen Identität zur Pflicht

Von Ralf Keuper

Wer in Frankreich künftig eine staatliche Digitale Identität beantragt, ist gezwungen, seine Gesichtserkennung-Daten über die Identity-App Alicem verifizieren zu lassen, wie u.a. in France Set to Roll Out Nationwide Facial Recognition ID Program berichtet wird. Die App ist nur unter Android verfügbar. Damit ist Frankreich das erste Land in Europa, das Biometrie bei der digitalen Identifizierung verpflichtend macht. Der französische Datenschutzbeauftragte und die Privacy-Gruppe La Quadrature lehnen das Vorgehen ab, da es gegen das Einwilligungskonzept der GDPR verstösst. Erst in diesem Jahr war es einem Hacker in nur einer Stunde gelungen, eine als sicher eigestufte staatliche App zu knacken.

Beim initialen Onboarding erfolgt ein Abgleich des biometrischen Passfotos mit dem über das Smartphone aufgenommenen Selfie. Dabei werden wie beim Video-Ident-Verfahren verschiedene Gesichtsausdrücke verglichen (Vgl. dazu: ALICEM : the project on government biometrics to digital identity criticized). Pass und Smartphone kommunizieren dabei über ihre Chips. Im Gegensatz zu vergleichbaren Lösungen, wie in Singapur und China, werden die biometrischen Video-Daten in Frankreich sofort nach Abschluss der Identifizierung gelöscht.

Die Alicem-App soll als Universal-Login die online-Identifizierung für die Bürger deutlich erleichtern. Die Bürger sind nicht gezwungen, die Alicem-App zu verwenden. Sie können weiterhin Accounts für Online-Dienste anlegen und die übe…

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