Privatheit in öffentlichen WLANs (White Paper)

Privatheit in öffentlichen WLANs (White Paper) – Spannungsverhältnisse zwischen gesellschaftlicher Verantwortung, ökonomischen Interessen und rechtlichen Anforderungen

Auszüge:

Bedrohungs- und Überwachungspotenziale in öffentlichen WLANs

WLAN-Infrastrukturen werden häufig auch von einzelnen Gewerbetreibenden bereitgestellt und selbst verwaltet. Es gibt aber eine Vielzahl von Dienstleistern, die die Bereitstellung der Infrastruktur übernehmen und Gewerbetreibende zudem mit Analysen über ihre Kundschaft versorgen. Tracking und Profilbildung können zwar durchaus auch positive Auswirkungen haben und von den Nutzerinnen und Nutzern erwünscht sein, wenn ihnen beispielsweise auf Grundlage von Standortdaten und Bewegungsprofilen spezielle Angebote gemacht werden oder ein gesuchtes Produkt im Supermarkt schneller gefunden werden kann. Gleichzeitig birgt diese Art des meist intransparent praktizierten Kundentrackings auf Basis von WLAN-Signalen aber auch eine Reihe von Privatheitsrisiken: Der Zugriff der WLAN-Betreiber auf Konto- und Registrierungsdaten, gerätespezifische und ableitbare Daten sowie auf Nutzungs- und Verhaltensdaten kann sich negativ auf die informationelle Selbstbestimmung auswirken und etwa zum Verlust bzw. zu einer Einschränkung der Entscheidungsfreiheit führen, sehr weitgehende elektronische Überwachung ermöglichen und die Offenlegung sensibler oder vertraulicher Daten zur Folge haben. Auf diese Weise können Nutzerinnen und Nutzer bei ihrem Weg durch eine Stadt „auf Schritt und Tritt verfolgt“, auch unbescholtene Demonstrationsteilnehmer identifiziert und selbst sensibelste Kommunikationsinhalte und Persönlichkeitsmerkmale offengelegt werden. …

Mögliche Technische Gegenmaßnahmen – MAC-Adressen-Randomisierung

Um die Identifizierung und Verfolgung von Geräten und Nutzenden mittels MAC-Adressen zu verhindern oder zumindest zu erschweren erlauben populäre Betriebssysteme wie iOS, Windows 10 und Android in bestimmten Fällen die Randomisierung der MAC-Adresse. Beispielsweise kann die Verwendung von verschiedenen zufällig generierten MAC-Adressen für aufeinander folgende WLAN-Suchvorgänge oder für die Verbindung mit verschiedenen örtlich getrennten WLANs die Wiedererkennung eines einzelnen Gerätes über verschiedene Suchvorgänge oder WLANs hinweg erschweren oder gar verhindern.

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