Sind selbstverwaltete Identitäten nur mit der Blockchain realisierbar?

Von Ralf Keuper

In der Diskussion um Selbstverwaltete Digitale Identitäten entsteht häufig der Eindruck, dass dabei an dem Einsatz der Blockchain kein Weg vorbei führt. Hier liefert das Paper Self-Sovereign Identity Solutions: The Necessity of Blockchain Technology eine differenziertere Sicht.

Um hier zu einem möglichst objektiven Urteil zu gelangen, orientieren sich die Autoren bei der Klärung der Frage, ob Selbstverwaltete Digitale Identitäten auf die Blockchain angewiesene sind, an den zehn Kriterien

  • Existence
  • Control
  • Access
  • Transparency
  • Persistence
  • Portability
  • Interoperability
  • Consent
  • Minimalization
  • Protectoin
  • Provable

Blockchain-basierte SSI-Lösungen, die untersucht wurden (Weshalb IDChainZ, EverID und LifeID darunter fallen, ist mir unklar).

  • LifeID
  • uport
  • IDchainZ
  • EverID
  • Sovrin
  • SelfKey
  • Shocard
  • Sora

SSI-Lösungen, die ohne Blockchain auskommen:

  • OpenPDS
  • IRMA
  • reclaimID

Zwar gibt es Bereiche, in denen Blockchain-basierte Lösungen überlegen sind, wie bei den Kriterien Access und Persistence, jedoch fallen die Unterschiede nicht so stark aus, dass die Blockchain als einzige Alternative bei der Realisierung Selbstverwalteter Digitaler Identitäten übrig bleibt.

Both blockchain-based and other Self-Sovereign Identity solutions show to fulfill most of the evaluation criteria. The importance lies in the differences between solutions in both variants. Blockchain-based solutions definitely meet more properties on average than the others. IRMA shows that it is possible to create an SSI solution without blockchain-technology. We conclude that blockchain-technology is a good foundation to build a Self-Sovereign Identity solution, but it is not a necessity.

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