Status Quo der deutschen Wirtschaft & Handlungsfelder in der Data Economy

Von Ralf Keuper

Dass die Daten, die in den Unternehmen erzeugt und weiterverarbeitet werden, als Wirtschaftsgut zu betrachten sind, war auf diesem Blog bereits häufiger ein Thema, wie in Wirtschaftsgut Daten als Basis für Geschäftsmodelle, Infonomics: the new economics of information oder Produktionsfaktor Information.

Entscheidend ist die Menge an Daten, sondern die daraus gewonnenen Informationen, die erst den eigentlichen (Mehr-)Wert ausmachen. Daten sind der Rohstoff.

Das Projekt DEMAND – Data Economics and Management of Data Driven Businesses will den Unternehmen Werkzeuge an die Hand geben, mittels derer sie den Wert ihrer Daten bestimmen und dieses Gut entsprechend managen können. Dafür ist die Blickverschiebung von der operativen und taktischen auf die strategische Ebene nötig. Die Betrachtungs- bzw. Abstraktionsebene ändert sich damit. Erst dann lässt sich der Wert der Daten und Informationen für die Gestaltung neuer Geschäftsmodell bewerten. Reifegrad- und Datenbewertungsmodelle unterstützen die Unternehmen dabei. Ziel ist die Erstellung eines Dateninvenatars, wie es bei Google verwendet wird.

Referenzarchitektur für die Datenbewirtschaftung (Quelle: Status Quo der deutschen Wirtschaft & Handlungsfelder in der Data Economy)

In den letzten Jahren ist zu beobachten, dass verschiedene Softwareanbieter die Idee der systematischen Katalogisierung von Datengütern aufgegriffen und entsprechende Tools entwickelt haben. Das Konzept lässt sich mit dem Begriff des »Enterprise Data Catalogs« zusammenfassen, wobei sich der Markt derzeit noch undifferenziert und heterogen darstellt. Den Kern der Technologie stellt die zentrale Inventarisierung und Kuration unternehmensweiter Datengüter als Ausgangsbasis für datengetriebene Applikationen und Prozesse dar.
In einem Datenkatalog werden »Daten über Daten« (sog. Metadaten) verwaltet, die ein ganzheitliches Datenmanagement ermöglichen (Quelle: Status Quo der deutschen Wirtschaft & Handlungsfelder in der Data Economy)

Die Datenökonomie erfordert neue Bewertungsmethoden und Softwaresysteme in den Unternehmen. Die Wertschöpfung verlagert sich in Teilen in die Außenwelt. Damit dieses Modell funktionieren kann, sind neue Institutionen nötig, die ähnlich wie heute die Banken, das Informationsclearing, die Risikobewertung und das Vermögensmanagement übernehmen bzw. in diesen Fragen Beratung (Data Banking im weiteren Sinne) anbieten.

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