Datenmanagement-Werkzeuge für die Nutzer

Von Ralf Keuper

Momentan ist die Möglichkeit für die Nutzer, Einfluss auf das Management ihrer personenbezogenen Daten zu nehmen, gering. Die großen Technologiekonzerne wie facebook oder Google lassen sich die kostenlose Nutzung ihrer Services mit den Daten der Nutzer bezahlen. Neue gesetzliche Bestimmungen, wie die Datenschutzgrundverordnung, wollen das Recht der Nutzer an der Verwendung ihrer Daten stärken. Solange die Abhängigkeit der Nutzer von den Services der Internetunternehmen bestehen bleibt, wird sich an dem Status quo jedoch kaum etwas ändern.

Ein Weg, um den Nutzern zu mehr Souveränität zu verhelfen, könnte die Bereitstellung entsprechender Werkzeuge sein. In It’s time to redefine how data is governed, controlled and shared. Here’s how schlagen die Autoren vor:

Data utilities could offer a simpler way for users to manage data without having to manage consent with every firm with which they come into contact. Marketplaces, where firms could trade consumer data, would give individuals centralized control over how information about them is used and shared.

Consumer-centric data utilities may not replace the need for baseline data protections entirely, but they could streamline the complex web of data management responsibilities that consumers now have. Models could also emerge that allow individuals not only data control but also data monetization. At least one firm already enables individuals to pool their data for surveys and other uses in exchange for a fee.

Im Grunde besteht die primäre Aufgabe dieser Werkzeuge bzw. Lösungen darin, die Komplexität im Datennutzungsdschungel zu reduzieren und damit für den Nutzer beherrschbar zu machen. So oder so werden vertrauenswürdige Instanzen benötigt, welche die entsprechenden Werkzeuge und Services anbieten (Vgl. dazu: Data Banking: Datenkonten für alle). Wie neutral müssen diese Anbieter sein, d.h. bis zu welchem Grad können sie ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen verfolgen, ohne dass die Nutzer dabei “über den Tisch gezogen werden”? Wie wird das nötige Maß an Vertrauen in die Infrastrukturen und Lösungen hergestellt – durch Zertifizierungen? Welche Instanz kann die Rolle des Zertifizierers übernehmen – die IHK, eine Genossenschaft, ein digitaler Notar, der TÜV, eine Bank, eine staatliche Institution oder ein Gemeinschaftsunternehmen von Industrie, Banken, Handel und Regierung, die Blockchain? Wer kann die Datenmarktplätze betreiben, wie wird der Wert der Daten auf transparente und faire Weise ermittelt?

Diese Fragen müssen gelöst bzw. angegangen werden, bevor die Nutzer ihre Daten entweder in Eigenregie oder aber mit Unterstützung Dritter verwalten können.

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