Mit eIDAS 2.0 rückt neben dem EUDI Wallet für Bürgerinnen und Bürger zunehmend ein zweites, bislang weniger beachtetes Konzept in den Blick: das European Business Wallet (EBW), das digitale Identität und verifizierbare Nachweise auf Organisationen überträgt. Ein aktueller Marktüberblick zeigt, wie groß das Anwendungsfeld potenziell ist – und wie wenig gefestigt der Markt dafür bislang ist.
Der Bedarf ist real.
Know Your Business (KYB), Know Your Supplier (KYS) und Anti-Geldwäsche-Prüfungen (AML) beruhen heute noch überwiegend auf manueller Dokumentensammlung, E-Mail-Austausch und wiederholten Verifizierungsschleifen zwischen denselben Parteien. Ein Unternehmen, das Genehmigungen, Vertretungsbefugnisse oder Zertifizierungen digital signiert und direkt aus autoritativen Quellen abrufbar vorhält, spart auf beiden Seiten Aufwand – bei Banken und Aufsichtsbehörden ebenso wie bei Lieferanten, Herstellern und Logistikunternehmen, die im grenzüberschreitenden Geschäft ohnehin ständig ihre Legitimität nachweisen müssen. Anders als beim EUDI Wallet, dessen Nutzen für den einzelnen Bürger noch erklärungsbedürftig ist, liegt beim EBW der Business Case auf der Hand: administrative Kosten sinken, Compliance-Prozesse werden auditierbarer, grenzüberschreitende Transaktionen einfacher.
Doch der Markt existiert noch kaum als solcher. Das zeigt sich schon daran, dass sich die meisten der im Übe…
