Mit der strategischen Partnerschaft zwischen dem Hamburger Biometrie-Spezialisten Dermalog und dem in Singapur und Malaysia ansässigen Anbieter ID Centric entsteht ein weiterer Baustein im globalen Markt für staatlich verankerte Identitätsinfrastrukturen. Der Fall verdient einen genaueren Blick – nicht wegen der Ankündigung selbst, sondern wegen dessen, was sie über die Architektur der Digital-Identity-Industrie verrät.
Die Meldung liest sich zunächst wie eine von vielen Partnerschaftsankündigungen, wie sie im Digital-Identity-Sektor mittlerweile im Wochentakt erscheinen: zwei Unternehmen bündeln Kompetenzen, um gemeinsam Regierungen und Unternehmen mit biometrisch gestützten Identitätslösungen zu adressieren. Dermalog bringt seine langjährige Erfahrung mit automatisierten biometrischen Identifikationssystemen (ABIS) ein, ID Centric seine Plattform für die sichere Bereitstellung biometriegestützter Dienste sowie – über die Kooperation mit Idex Biometrics – Expertise im Bereich biometrischer Zahlungskarten.
Interessanter als die Ankündigung selbst ist die Struktur, die sich dahinter abzeichnet. Beide Unternehmen kooperieren bereits im Rahmen des maledivischen Smart Identity Card- und National Integrated Identity System-Projekts, dort gemeinsam mit dem lokalen Implementierungspartner Knoxtech Solutions. Die neue Partnerschaft formalisiert also eine bereits bestehende Arbeitsteilung, statt eine neue zu begründen. Das ist ein wiederkehrendes Muster in diesem Marktsegment: Projektkooperationen auf Länderebene gehen der strategischen Partnerschaftsankündigung häufig voraus, nicht umgekehrt. Die PR-Ankündigung folgt der operativen Realität, nicht die operative Realität der PR-Ankündigung – ein Befund, der die übliche Skepsis gegenüber Partnerschaftsmeldungen in diesem Feld eher entkräftet als bestätigt, da hier greifbare Referenzprojekte vorausgehen.
