Ziel und Kontext

Das Whitepaper „Digitale Identität in der Touristik – EU Digital Identity Wallet und eIDAS 2.0“, herausgegeben vom Deutschen Reiseverband (DRV), erklärt, wie die EU Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet) als staatlich anerkannte digitale Brieftasche für Identitäten, Nachweise und Berechtigungen funktioniert und welche Rolle die novellierte eIDAS‑2.0‑Verordnung dabei spielt. Es ordnet die EUDI-Wallet als zentrale Infrastrukturkomponente für digitale Identitäten in Europa ein und adressiert ausdrücklich die Folgen für die Reisewirtschaft.

Kerninhalte zur EUDI-Wallet und eIDAS 2.0

Das Whitepaper beschreibt die EUDI-Wallet als standardisierte, staatlich anerkannte App, mit der Nutzer Identitätsdaten, Berechtigungen und Nachweise sicher speichern, verwalten und bei Bedarf teilen können, online wie offline. Es erläutert, dass eIDAS 2.0 eine EU-weit einheitliche Infrastruktur für digitale Identitäten schafft, Interoperabilität zwischen nationalen Systemen stärkt und die Grundlage für vertrauenswürdige Dienste (Signaturen, Siegel, Zeitstempel) legt, die auch im Reiseverkehr nutzbar sind.

Anwendungsfälle entlang der Customer Journey

Ein Schwerpunkt liegt auf konkreten Use Cases entlang der Reisekette: Das Whitepaper zeigt, wie die EUDI-Wallet bei der Online-Buchung (Identitätsprüfung, Altersnachweise, Berechtigungen), beim Check-in und Boarding (z.B. Abgleich von Ausweisdaten mit Reisedokumenten) sowie bei der Registrierung im Hotel eingesetzt werden kann. Es skizziert zudem, dass weitere touristische Leistungen – etwa Mietwagen, Aktivitäten oder Versicherungen – perspektivisch direkt auf die in der Wallet hinterlegten Daten zugreifen könnten, um Prozesse zu automatisieren und Medienbrüche zu reduzieren.

Empfehlungen für Reiseunternehmen

Der DRV empfiehlt Unternehmen, sich frühzeitig mit den technologischen und organisatorischen Voraussetzungen für die Nutzung der EUDI-Wallet zu befassen, obwohl die verpflichtende Akzeptanz erst schrittweise kommt. Dazu zählen insbesondere: Anpassung der eigenen Identitäts- und Buchungsprozesse, technische Integration von Wallet‑Schnittstellen und Vertrauensdiensten, sowie die Klärung von Datenschutz‑, Haftungs- und Compliance-Fragen im Lichte von eIDAS 2.0.

Strategische Einordnung für die Branche

Abschließend stellt das Whitepaper die EUDI-Wallet als einen Treiber für einen „grundlegenden Wandel“ der Identitätsprüfung in der Branche dar, der sowohl Effizienzgewinne als auch neue Anforderungen an Sicherheit, Interoperabilität und Customer Experience bringt. Für Reiseveranstalter, Reisebüros und Technologieanbieter entsteht damit ein strategisches Thema, das eng mit anderen Digitalisierungsfeldern (z.B. KI‑basierte Empfehlungssysteme und agentische Buchungsprozesse) verknüpft ist.