“Komplizen des Erkennungsdienstes. Das Selbst in der digitalen Kultur” von Andreas Bernard

Von Ralf Keuper

Sind wir durch unser Verhalten im Internet – unbewusst – zu Komplizen des Erkennungsdienstes geworden? Wer das Buch Komplizen des Erkennungsdienstes. Das Selbst in der digitalen Kultur liest, gewinnt jedenfalls den Eindruck, dass dem so ist.

Noch in den 1980er Jahren sorgte die Volkszählung in Deutschland für Aufruhr. Es bestand die Befürchtung, einem Überwachungsstaat in die Hände zu arbeiten. Heute geben die Nutzer im Internet freiwillig eine Menge an personenbezogenen Daten preis, die weit über die Datenanforderungen der Volkszählung hinaus gehen. Wie ist dieser Widerspruch zu erklären? Woher kommt die “digitale Profilierungssucht”?

Die Kategorie des “Profils” ist für Bernard entscheidend, wenn man den Wandel zur ständigen Selbstvermessung und Verdatung der Nutzer verstehen will.

Das Profil der Mitglieder von LinkedIn, Instagram oder Facebook – der Ort, an dem sie ihre Selbstbeschreibung verfassen, an dem persönliche Daten, Texte, Fotos und Videos versammelt sind – ist der Knotenpunkt der Interaktion.

Es ist noch gar nicht so lange her, da war der Begriff “Profil” negativ belegt:

Bis vor 20 oder 25 Jahren waren nur Serienmörder oder Wahnsinni…

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1 Antwort zu “Komplizen des Erkennungsdienstes. Das Selbst in der digitalen Kultur” von Andreas Bernard

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