Am 27. Oktober hat Socure mit „Agent Intelligence” eine Produktfamilie vorgestellt, die KI-Agenten erkennen, bewerten und an die verifizierte Person oder das Unternehmen binden soll, in deren Auftrag sie handeln. Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Nach einem Bericht von Axios stellen große US-Banken fest, dass in Kundenkonten zunehmend Agenten Dritter aktiv sind, teils mit Handlungen, die von den Anweisungen der Nutzer losgelöst wirken. Ein Manager räumte laut Bericht ein, die Branche könne einen Agenten kaum vom anderen unterscheiden, geschweige denn einen vom Kunden autorisierten von einem außer Kontrolle geratenen.


Das Problem: Der Agent sieht aus wie der Kunde

Die meisten dieser Agenten kommen mit dem Einverständnis des Kunden und mit dessen Passwort. Für die Bank ist der Zugriff damit vom Kunden selbst nicht zu unterscheiden. Die Reaktionen fallen entsprechend grob aus: Morgan Stanley blockiert Agenten Dritter, JPMorgan, Bank of America und Citi schränken sie ein, die meisten Institute bewegen sich auf einen reinen Lesezugriff zu, wie ihn Budgetierungs-Apps schon heute haben. Eine Zwischenlösung wird eingeräumt, aber nicht beschrieben.

Genau hier setzt Socure an. Die Zahlen, die das Unternehmen anführt, stützen vor allem die Aussage, dass sich die Lage schnell verschärft: Die täglichen Anfragen von KI-Agenten seien in den zwölf Monaten bis September 2026 um mehr als 1.700 Prozent gestiegen, und nicht-menschlicher Verkehr mache inzwischen mehr als die Hälfte der Internetaktivität aus. McKinsey schätzt, dass Agenten bis 2030 einen Konsumhandel von drei bis fünf Billionen US-Dollar vermitteln könnten. Das sind Angaben des Anbieters bzw. Schätzungen; als Größenordnung tragen sie die Argumentation, auf die einzelne Zahl kommt es nicht an.

Drei Schichten

Agent Intelligence besteht aus drei Bausteinen: