Das LLM Delegate Protocol (LDP) macht Modellmerkmale zur Infrastruktur – und wirft damit eine grundlegende Frage auf: Was bedeutet Identität, wenn nicht mehr Menschen, sondern Modelle im Auftrag handeln?


Bestehende Protokolle für Multi-Agenten-Systeme – Googles Agent2Agent (A2A) und Anthropics Model Context Protocol (MCP) – identifizieren Agenten über Namen, Beschreibungen und deklarierte Fähigkeiten. Das ist, im Kern, eine Visitenkarte: Was du kannst, nicht wer du bist. Eine kürzlich veröffentlichte Arbeit[1]LDP: An Identity-Aware Protocol for Multi-Agent LLM Systems zu einem als LLM Delegate Protocol (LDP) bezeichneten Ansatz geht einen Schritt weiter und bettet Modellmerkmale direkt als Protokoll-Primitive in die Kommunikationsarchitektur ein – mit weitreichenden Implikationen für die Frage, was Identität in automatisierten Delegationsketten eigentlich leistet.


Die Identitätskarte der Maschine

Das Herzstück von LDP ist die sogenannte Delegate Identity Card: ein strukturiertes Profil mit über 20 Feldern, das neben Modellfamilie und Version auch Kontextfenstergröße, Qualitäts-Hints, Latenz- und Kostenprofile, Reasoning-Charakteristika und Trust-Domain-Zugehörigkeit beschreibt. Diese Karte ist nicht deklarativ im Sinne einer Selbstauskunft, sondern funktional: Sie steuert das Routing, also welcher Agent welchen Subtask übernimmt.

Das ist ein konzeptuell bedeutsamer Schritt. Identität wird hier nicht zur Authentifizierung genutzt – das kennt man aus klassischen IAM-Architekturen –, sondern zur Ressourcenallokation unter Qualitäts- und Kostenbedingungen. Ein Orchestrator-Agent wählt nicht nach Verfügba…