Datenökonomie, Künstliche Intelligenz, Blockchain (DIHK)

Von Ralf Keuper

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer hat in dem Positionspapier Datenökonomie, Künstliche Intelligenz, Blockchain. Vorschläge für ein konzertiertes Zusammenspiel von Wirtschaft, Politik und Forschung u.a. damit beschäftigt, wie sich Datenschutz, Forschung und Künstliche Intelligenz optimal verbinden lassen. Die Autoren erkennen im Datenschutz und der Datensicherheit einen Wettbewerbsvorteil:

Deutschland und Europa verfügen über hohe Kompetenzen und Standards in puncto Datenschutz und IT-Sicherheit. Diese hohen Standards sollten nicht als Nachteil empfunden, sondern im Sinne eines Wettbewerbsvorteils genutzt werden („vertrauenswürdige KI made in Germany“). Ebenso sollte der Standortvorteil als Sicherheits- und Qualitätsmerkmal für Blockchain- Anwendungen hervorgehoben werden. Zentral dabei ist es, diese Standards transparent darzustellen und dadurch den Unternehmen die Möglichkeit zu geben, sich an diese zu halten.

Zum Umgang mit den Daten:

Anonymisierungswerkzeuge wie z. B. die Verwendung synthetischer Datensätze sollten in der Forschung und Wirtschaft weiterentwickelt werden. Nur so können anwendungsnahe Datensätze aus der Praxis für das Trainieren von Algorithmen ver- wendet werden, während persönliche Daten zu jeder Zeit vollständig geschützt sind.

Über die Bedeutung offener Plattformen für den Datenaustausch für die deutsche Wirtschaft:

Ein Mehrwert von Daten entsteht oft erst durch den Austausch oder die gemeinsame Nutzung zwischen Unternehmen. Einige große B2B/B2C-Marktplätze bieten Möglichkeiten zum Datenaustausch, aber kleinere Unternehmen geraten schnell in eine Lock-in-Position mit wenig Verhandlungsspielraum. Staatlich unterstützte Datenplattformen können proprietäre Plattformen aufbrechen, indem sie Interoperabilität zwischen diesen schaffen und Unternehmen ermöglichen, ihre Daten unter ihren Bedingungen zu teilen; sie schaffen so einen Raum, in dem Unternehmen Vereinbarungen über die Datennutzung treffen können. Sollte solchen Absprachen EU-Wettbewerbsrecht oder nationales Kartellrecht entgegenstehen, sind gegebenenfalls Anpassungen des Rechts sinnvoll, um insbesondere KMU den Zugang zu diesen Lösungen zu ermöglichen.

Initiativen dazu gibt es bereits, wie die International Data Spaces Association. Die Frage ist nur, ob der gemeinsame Wille und das Problembewusstsein, insbesondere in der Wirtschaft, vorhanden sind. Es entsteht zuweilen der Eindruck, dass die Politik hier weiter ist als die Wirtschaft.

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