Mobile Advertising ID – das neue Supercookie?

Von Ralf Keuper

Der Marktplatz für mobile Daten, adsquare, will die Mobile Advertising ID zu einem Superkookie machen, wie in adsquare: „Die Mobile Advertising ID ist das neue Supercookie“ berichtet wird.

Der Vorteil der Mobile Advertising IDs bestehe laut adsquare darin, dass sie wesentlich persistenter seien als gewöhnliche Cookies, da sie app-übergreifend arbeiten und wegen Opt-In, Opt-Out und Reset datenschutzkonform sind. Mobile Adverstising IDs seien daher das neue Supercookie.

Einen etwas anderen Weg beschreitet Adbrain mit Identity AI, wie in Adbrain ups the ante on cross-device identity zu erfahren ist:

Instead of supervised learning that guides the model creation, Adbrain is now asking the platform to find patterns in 800 million licensed and deterministic “pairs,” and then build its own thousands of models for determining identity/device relationships. … As a result, .. , Adbrain can now offer additional dimensions of people, devices and places for multiple device identification.

Kritische Töne zum Identity Based bzw. People Based Marketing kommen von Cory Treffiletti in Identity Is Not A Strategy:

You also need to ask about the integrations for delivering audiences once you have leveraged identity.  You might be able to recognize a potential customer, but what data can you append to that user and activate across the delivery channels?  How can you turn that understanding of your audience into an actionable insight?  Can you do so on all the platforms that matter? If you can’t activate it, then it’s utterly useless to you.

Pegasystems erklärte jüngst die 360-Grad – Sicht auf den Kunden für gescheitert, wie in 360-Grad-Ernüchterung: Pega erklärt den Marketing-Begriff für tot – Datenflut behindere Blick auf Kunden nachzulesen ist:

Wenn man nämlich die anfallenden Daten falsch interpretiert oder wenn man von den anfallenden Datenmengen einfach überfordert ist, dann schrumpfen die 360 Grad recht schnell auf einen schmalen Ausschnitt zusammen, so Pega. Und mitunter hat man den Kunden gerade wegen der Fülle von Daten sogar ganz aus dem Blick verloren.

Daraus folgt, dass mehr Daten oder Informationen keinesfalls automatisch bedeuten, dass die Kundenansprache dadurch gezielter möglich ist, von den Aspekten des Datenschutzes ganz zu schweigen. Häufig wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen oder es kommt zum sog. Overfitting, d.h. irgendwann sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Um so wichtiger sind daher Lösungen, mit denen die Nutzer ihre eigenen Daten und Digitale Identitäten verwalten (lassen) können und Unternehmen, nach Einwilligung, in verschiedener Form zur Verfügung stellen – wie im Internet of Me. Für die Unternehmen stellt sich dann vor allem die Frage, wie sie noch sichtbar sein können. Das geht auf Dauer womöglich nur noch über direkte Beziehungen zum Kunden und zu seinen Daten.

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