Applikationen für mehr Datensouveränität: Aura, HAT und Tower of Control

Von Ralf Keuper

In den letzten Jahren sind zahlreiche Applikationen entwickelt worden, die damit werben, den Nutzern die Hoheit über ihre Daten zu verschaffen. Für große Aufsehen sorgte Telefonica mit der Lancierung ihrer Personal Data Bank.  Die Lösung soll im Jahr 2018 eingeführt werden und strikt an den Vorgaben der GDPR ausgerichtet sein. Ziel ist u.a., den Kunden die Hoheit über ihre Daten zurückzugeben. Damit versucht sich Telefónica von facebook und Co. abzugrenzen.

Weiterhin gab Telefónica die Gründung des Startups Telefónica Next bekannt. Kurz zuvor wurde die Telefónica Data Anonymization Platform (DAP) vorgestellt. Gemeinsames Ziel ist es, die anonymisierten Daten anderen Anwendungen, wie im Bereich Smart Cities oder Internet of Things, zur Verfügung zu stellen.

Die Financial Times erwähnt in Our personal data are precious — we must take back control, dass Telefonica ihrer Plattform den Namen Aura gegeben hat. 

Aura wurde im Februar in Bareclona der Öffentlichkeit präsentiert.

Aura ist sprachbasiert.

Eine weitere in dem Beitrag vorgestellte Applikation ist HAT (Hub of All Things). Dabei handelt es sich um ein Projekt, an dem mehrere britische Universitäten beteiligt sind.

Über die Zielsetzung:

HATs help the Internet exchange and trade personal data. They are ‘private data accounts’ that let you store your personal data for yourself within a database that is ‘wrapped’ with its own containerised microservices, so that you have full control, access and ownership of it.

Personenbezogene Daten sind für HAT nicht nur die Merkmale wie Name, Ort und Alter, sondern auch eigene Texte, Fotos, Transaktionshistorien, Dokumente etc. und vor allem die technischen Objekte / Geräte, die dem Nutzer gehören bzw. die er verwendet.

Die Banken, die für dieses Thema eigentlich besonders prädestiniert sind, halten sich bislang zurück. Eine Ausnahme ist Wells Fargo. Die amerikanische Bank, die vor einiger Zeit wegen ihrer Cross-Selling-Praktiken aufgefallen war, will den Kunden mit dem Control Tower die Hoheit an ihren Daten verschaffen. Das betrifft zunächst jedoch nur die Zahlungsdaten.

Die vorgestellten Lösungen unterscheiden sich z.T. deutlich vom Umfang und der eingesetzten Technologie her. Am breitesten aufgestellt ist wohl Aura. Den Aspekt der Datenhoheit am besten deckt nach meinem Eindruck HAT ab. Der Control Tower von Wells Fargo liegt zwischen diesen beiden in der Mitte.

Meiner Ansicht nach geht die Reise in Richtung des Internet of Me und von Lösungen wie Pillar. Aura und der Control sind letztlich proprietäre Lösungen, mit denen die Unternehmen, was völlig legitim ist, Geld verdienen wollen. Ob der Nutzer ebenfalls dabei auf seine Kosten kommt, muss sich noch zeigen.

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