Standardschnittstelle für die Maschine-zu-Maschine-Kommunikation

Von Ralf Keuper

Die Daten, die von Maschinen im Verlauf der Produktion oder Wartung erzeugt werden, bergen großes Potenzial – zum einen, um die Effizienz zu steigern, zum anderen, um die Daten mit Dritten zu tauschen, woraus im Idealfall neue Services oder Produkte entstehen können.

Damit die Daten frei und sicher zirkulieren können, sind entsprechende – herstellerunabhängige – Schnittstellen nötig. Auf der Hannover Messe war zu erfahren, dass der Verband der Deutschen Maschinenbauer (VDMA) hierfür den Schnittstellenstandard OPC UA (Open Platform Communication Unified Architecture) vorsieht.

Der Vice President der OPC-Foundation, Stefan Hoppe, wird auf der Homepage des VDMA mit den Worten zitiert:

Das Ziel der OPC Foundation ist es, einen Industriellen Interoperabilitätsstandard für die horizontale und vertikale Integration vom Sensor bis in die IT-Enterprise Ebene zu schaffen. Basis dafür ist die Technologie OPC UA, welche aus der industriellen Automation entstanden ist, aber unabhängig von der Branche auch in anderen vertikalen Märkten eingesetzt wird. OPC UA ist als Kommunikationstechnologie der Referenzarchitektur von Industrie 4.0 gesetzt und erlaubt Daten und Dienste von Geräten oder Maschinen sicher zu beschreiben.

Weitere Informationen finden sich in dem Leitfaden Industrie 4.0. Kommunikation mit OPC UA. Ebenfalls informativ ist der Beitrag OPC UA – etablierten Standard für die Auto-ID Branche.

Bereits vor einiger Zeit gründeten einige namhafte Maschinenbauer die Industrial Data Space Association. Ziel ist es, die Sicherheit und Datensouveränität der Unternehmen beim Austausch über die Unternehmensgrenzen hinweg zu gewährleisten, wie u.a. dem Beitrag Daten werden zu Gütern: Sicherheit mit dem Industrial Data Space zu entnehmen ist.

Inzwischen existiert mit ThyssenKrupp der erste Anwendungsfall für den Industrial Data Space, wie in ThyssenKrupp: Erster Anwendungsfall für Industrial Data Space zu lesen ist:

Thyssenkrupp Steel Europe fertigt jeden Monat rund 20.000 Lkw ab. Etwa 30 Minuten stehen für das Be- und Entladen pro LKW zur Verfügung. Verzögert sich die Ankunft eines Lastwagens, kommt schnell die gesamte Planung durcheinander. Hier will das Unternehmen mit Hilfe des Industrial Data Space wesentlich flexibler werden. Die Lösung: Eintreffende LKW melden nach definierten Regeln kontinuierlich ihren Standort, zum Beispiel über eine App, die sich der Fahrer auf sein Smartphone lädt. Anhand der Positions- und Verkehrsdaten sowie der Routen, die der Fahrer wahrscheinlich wählt, erkennt ein Algorithmus sofort, wann sich ein Transport verzögert. Verspätete Laster bekommen dann automatisch vom Computersystem ein neues Beladefenster vorgeschlagen, ganz ohne menschliches Zutun.

„Unsere Anwendung ist nur ein erstes Beispiel für die Möglichkeiten des Industrial Data Space. Viele Anwendungen von weiteren Unternehmen werden folgen, und zwar sehr schnell“, ist Dr. Reinhold Achatz, Technologiechef von thyssenkrupp und Vorsitzender der Industrial Data Space Association, überzeugt.

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Ein Kommentar zu Standardschnittstelle für die Maschine-zu-Maschine-Kommunikation

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