Die verschiedenen Gesichter der eID

Von Ralf Keuper

Die elektronische Identität, eID, wird hierzulande am ehesten mit dem neuen Personalausweis (nPA) assoziiert. Allerdings hat die eID, wie in dem lesenswerten Beitrag Schweizerische E-ID: Wer, wie was? zu erfahren ist, mehrere Gesichter.

Der Beitrag unterscheidet drei Arten von eIDs:

  1. Staatliche eID als elektronisches Äquivalent zur analogen Identitätskarte bzw. dem Pass
  2. Privatwirtschaftliche eID, die erst nach Ausweiskontrolle ausgestellt wird
  3. Privatwirtschaftliche eID, die ohne vorherige Ausweiskontrolle vergeben wird

Ohne einheitliche Lösungen, so Rino Borini, entstünden zahlreiche inkompatible Lösungen, die niemandem, am wenigsten den Nutzern, etwas brächten.

In ihrem Kommentar weist die Redaktion von inside-it.ch darauf hin, dass die hoheitliche Identifizierung und Authentifizierung kein wesentliches Infrastruktur-Element für die digitale Transformation der Schweiz sei; diese Aufgabe könnten auch private Anbieter übernehmen, deren Lösungen interoperabel seien, d.h. die miteinander kommunizieren können. Interessant sei die Kombination mit der elektronischen Unterschrift. Die Zahl der Anwendungsfälle sei jedoch überschaubar, da längst nicht für alle Transaktionen im Internet die Unterschrift zwingend ist.

Kritisch sieht die Redaktion die Möglichkeit, dass mit der Verwendung der gleichen eID für mehrere oder alle Dienste, Nutzerprofile auf Basis des Verhaltensmusters der Nutzer angelegt werden können, wie es bei Google, facebook & Co. schon heute mehr oder weniger gängige Praxis ist.

Es ist absehbar, dass Personen mehrere eIDs der zweiten und dritten Kategorie (Privat) verwenden werden. Ausschlaggebend für den Erfolg ist jedoch der Nutzen für den einzelnen, der sich nur dann einstellt, wenn möglichst viele Dienste zur Verfügung stehen und die Sicherheit und in einigen Fällen auch – Anonymität – gewährleistet ist.

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