Öffentlich-rechtliche Identitätsplattformen – noch ein weiter Weg

Von Ralf Keuper

Laut der Studie European Digital Government Barometer 2019 von Steria Sopra steht die Mehrheit der Bundesbürger der Idee, ihre Digitalen Identitäten von der öffentlichen Verwaltung bzw. einer zentralen Stelle verwahren zu lassen, skeptisch gegenüber. Auf die Frage, ob sie sich vorstellen könnten, ihre Identitäts-, Konto- und Kreditkarteninformationen auf einer zentralen Plattform zu hinterlegen, antworteten 41 Prozent zustimmend und 59 Prozent ablehnend.

Als Betreiber kommt für die Mehrheit der befragten Personen, die sich mit dem Modell einer Identitäts- bzw. Ausweisplattform anfreunden können, in Deutschland nur der Staat oder das BSI in Frage. Insgesamt sei in Deutschland, im Gegensatz zu den skandinavischen Ländern, hierfür noch einige Überzeugungsarbeit nötig.

Die Aussagekraft der Umfrage ist bei 999 befragten Personen in Deutschland nur eingeschränkt. Die Fragen betrafen den Zustand der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung.

Dass die öffentliche Verwaltung bei der digitalen Identifizierung eine wichtige Rolle übernehmen können, dafür spricht einiges (Vgl. dazu: Die Schlüsselstellung der Kommunen in der Identity Economy & BürgerID als Single Sign On). Sobald die eID auf dem Smartphone hinterlegt werden kann, wird sich die Nutzerakzeptanz fast schon automatisch erhöhen. Dann stellen sich einige Fragen nicht mehr – und die eine oder andere Studie wird überflüssig …

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