AIM-Trendbarometer: AutoID-Technologien auch in Corona-Zeiten Grundlage von Automatisierung, autonomen Prozessen und digitaler Transformation.

Lampertheim, 26. Oktober 2020 – Der Industrieverband AIM-D befragt seine Mitglieder im halbjährlichen Turnus über ihre Sicht auf die allgemeine Geschäfts- und Marktentwicklung sowie die Entwicklung der AutoID-Märkte im Besonderen. Diese Unternehmen bieten Produkte, Lösungen und Dienstleistungen für automatische Identifikation (AutoID) und mobile Systeme in diesen Technologiefeldern: Optical Readable Media (Barcodes, zweidimensionale (2D) Codes etc.), RFID*, NFC*, RTLS* und industrielle Sensorik. Darüber hinaus stehen u.a. Themenkomplexe wie „AutoID & Security“, „Interoperabilität“ (OPC UA), „Energy Harvesting“, „AutoID & KI“ und „AutoID & Robotik“ auf der Agenda des weltweit vertretenen Technologieverbandes.

Nachdem die Befragung zum letzten Trendbarometer (2. Halbjahr 2019) gerade noch vor der Corona-Krise abgeschlossen werden konnte, reflektieren die aktuellen Ergebnisse zum 1. Halbjahr 2020 die bis dato sichtbaren Auswirkungen der Corona-Krise und die daraus resultierenden Erwartungen der AIDC-Branche in der Krise und für die Zeit danach.

Peter Altes, Geschäftsführer, AIM-D e.V

Peter Altes, Geschäftsführer, AIM-D e.V., Lampertheim, kommentiert wie folgt: „Die Ergebnisse des AIM-Trendbarometers zum ersten Halbjahr 2020 stehen voll im Zeichen von Corona. Im Vergleich zum 2. Halbjahr 2019 (über 80%) berichtet nur noch ein Viertel der Unternehmen von einer verbesserten oder zumindest gleichgebliebenen Geschäftsentwicklung der AutoID-Märkte; knapp Dreiviertel hingegen sehen aktuell eine Eintrübung der Märkte. Bemerkenswert dabei ist“, so Altes, „dass die Mitglieder ihre eigene Position im Markt als besser einstufen als den Markt insgesamt. Vielleicht spiegelt dies ja die Erwartungshaltung an die Rolle der AIDC-Technologien an sich aufgrund der Corona-Krise sicherlich beschleunigende Automatisierungsprozesse und zunehmend mehr auch autonome Prozesse in Produktion und Logistik. Dies“, so Altes weiter, „passe auch dazu, dass im Bereich der elektronischen Identifikation (RFID) die Zahlen besser ausfallen als im Bereich der optischen Identifikation – und dass die Erwartung an die zukünftige Entwicklung der AIDC-Märkte ausgesprochen hoch sei.“

Es folgen die Einzelergebnisse zu den Fragen des AIM-Trendbarometers.

Die wirtschaftliche Lage der AutoID-Unternehmen ist der Umfrage zufolge zum ersten Mal nach den letzten fünf Halbjahren rückläufig; immerhin sieht noch gut ein Viertel die Lage als stabil oder gar besser.

Ihre Investitionen haben dennoch fast 15% (11.90% im Vergleichszeitraum des zweiten Halbjahrs 2019) der Unternehmen gesteigert; und bei 50% ist das Investitionsverhalten erfreulich stabil geblieben. Gut 35% (15%) haben jedoch weniger investiert.

Die allgemeine Marktentwicklung im Bereich AutoID: Die Summe der Einschätzungen für eine bessere oder gleichbleibende Marktentwicklung beträgt ein Viertel der befragten Unternehmen; im Vergleichszeitraum waren dies noch rund 90%. Und wie im Vergleichszeitraum bleibt auch dieses Mal die Wahrnehmung der Unternehmen hinsichtlich ihrer eigenen Entwicklung hinter der Wahrnehmung bzw. Bewertung der allgemeinen Marktentwicklung zurück.

Zwei Fragen der Erhebung bezogen sich auf einzelne unter dem Oberbegriff AutoID zusammengefasste Technologie-Bereiche:

Barcode und andere optische Identifikationssysteme – auch mit ORM* bezeichnet: Barcode, zweidimensionale Codes wie Datamatrix und QR*, OCR*: In Bezug auf diese Systeme berichten mit rund 5% Prozent weniger Unternehmen von einer besseren Marktentwicklung als im Vergleichszeitraum (16,76%); der Wert für eine unveränderte Marktentwicklung ist mit rund 15 Prozent (35%) ebenfalls zurückgegangen.

Die Entwicklung für RFID einschl. NFC und RTLS wird aktuell immer noch optimistisch eingeschätzt – was eine Reaktion auf die Entwicklungen von Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge ist. Eine bessere Entwicklung sehen gegenwärtig immer noch rund 20 Prozent (35%), eine unveränderte, also stabile Entwicklung sehen immerhin noch rund 15 Prozent (40%).

Diese nun nicht mehr im Trend der letzten fünf Halbjahre liegenden Zahlen entsprechen der aktuellen Situation: Die Corona-Krise wird jedoch den Fortschritt bei der Umsetzung von Industrie 4.0 und dem großen Projekt der digitalen Transformation der Wertschöpfung nicht prinzipiell aufhalten können.

Die Erwartung einer zukünftig „verstärkten Nachfrage“ für einzelne Technologie-Bereiche stellt sich wie folgt dar:

  • Optische Identifikation: 26% (19% im Vergleichszeitraum)
  • Kennzeichnung: 21% (33%)
  • RFID: 79% (64%)
  • NFC: 38% (38%)
  • RTLS: 21% (14%)
  • Sensorik: 27% (38%)
  • Bluetooth: 10% (12%)
  • Vision Systems: 21% (26%)

All diese AutoID-Technologien ermöglichen im Einzelnen oder in ihrer Kombination sowie in der Kombination mit angrenzenden Technologiefeldern (z.B. LoRa) u.a.: Kennzeichnung & Identifikation, Tracking & Tracing, Anti-Counterfeiting, Secure Objects, Bestandsmanagement, Kommissionierung, Mobile Payment, Ticketing, eCRM, Echtzeitortung, Condition Monitoring, Predictive Maintenance, Smart Metering, Cyber Physical Systems und vieles mehr – also: Automatisierung, autonome Prozesse, die Digital Supply Chain und Smart Factory; kurz: die Digitale Transformation der Wertschöpfung.

„Industrie 4.0, das Internet der Dinge (IoT / IIoT) und die Digitalisierung der Wertschöpfung insgesamt“, so das Resümee von Altes, „sind das Tagesgeschäft der AIM-Community, die sich mit aller Kraft in diese Prozesse einbringt. Die AutoID-Technologien verstehen sich völlig zu Recht als Enabling Technologies für Automatisierung und die Gestaltung autonomer Prozesse in Produktion und Logistik. Und diese Entwicklung wird nicht zuletzt die AutoID-Märkte sicherlich noch lange beschäftigen.“

Maßgeblich kommt es dabei jedoch drauf an, wie sich in Corona-Zeiten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Arbeitsmarktsituation, die Marktakzeptanz der AutoID-Technologien im Besonderen, technologischer Fortschritt im Allgemeinen und – ganz wichtig für die AutoID-Branche – die weltweite Standardisierung entwickeln. Die Beantwortung dieser Frage ist jedoch völlig offen – zumal ein „nach Corona“ gegenwärtig wohl die Wenigsten erwarten dürften …

Über AIM: AIM-D e.V. (kurz: AIM) mit Sitz in Lampertheim (Süd-Hessen) ist der führende Industrieverband für Automatische Datenerfassung, Identifikation (AutoID) und Mobile IT-Systeme. Der Verband fördert den Einsatz und die Standardisierung von AutoID-Technologien und -Verfahren. Technologien wie RFID, NFC, Barcode, zweidimensionale Codes, industrielle Sensorik und RTLS (Real-Time Locating Systems) werden gleichermaßen gefördert. AIM repräsentiert rund 120 Mitglieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. AIM-Mitglieder sind Unternehmen aller Größenordnungen, die AutoID-Technologien und Produkte, Systeme und Dienstleistungen anbieten. Dazu gehören auch eine Reihe von Universitäts- und Forschungsinstituten sowie andere Verbände. Unter dem Dach von AIM Global und AIM Europe unterstützt AIM die globale Wettbewerbsfähigkeit seiner Mitglieder

* Abkürzungen: RFID: Radiofrequenz-Identifikation; NFC: Near Field Communication; RTLS: Real-Time Locating Systems; ORM: Optical Readable Media (Barcode, 2D Code, OCR u.a.); QR: Quick Response Code; OCR: Optical Code Recognition.

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