Digitale Identität nach Snowden

Von Ralf Keuper

Die Identifizierung von Personen ist in den meisten Ländern eine hoheitliche Aufgabe. Bereits im 13. Jahrhundert wurden in Italien die technischen und organisatorischen Grundlagen für die behördliche Identifizierung und Registrierung geschaffen. Um 1460 tauchten dann die ersten obligatorischen Ausweispapiere auf[1]Eine kleine Geschichte des Reisepasses.

Heute sind die technologischen Möglichkeiten um ein Vielfaches größer. Im Internet haben private Akteure die hoheitliche Aufgabe des Identifizierens weitgehend übernommen; sie ist sogar ein wesentlicher Pfeiler ihres Geschäftsmodells. Auf der anderen Seite können Regierungen das Verhalten der Bürger ohne deren Kenntnis im Netz fast lückenlos überwachen.

Wie aktuell die Diskussion in der Schweiz[2]Schweizer hadern mit der privaten E-ID #2 wie auch die Mahnung von Bundeskanzlerin Merkel an die deutsche Wirtschaft, die Hoheit über die Digitalen Identitäten nicht an ausländische Technologiekonzerne zu verlieren[3]Europäisches Ökosystem digitaler Identitäten, zeigen, nähert die Entwicklung einem Wendepunkt. Dabei wird die Rolle des Staates ebenso zu klären sein wie die, ob und inwieweit private Akteure die digitale Identifizierung für ihre…

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