Pan-Canadian Trust Framework (Draft) Webinar

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Barclaycard und Evernym arbeiten gemeinsam an selbstverwalteten digitalen Identitäten

Von Ralf Keuper

Nachdem Mastercard und Microsoft kürzlich bekannt gegeben haben, an einer gemeinsamen Lösung für selbstverwaltete digitale Identitäten auf Blockchain-Basis zu arbeiten, hat nun Barclaycard nachgezogen. Das Unternehmen hat sich dem Accelerator-Programm des auf selbstverwaltete digitale Identitäten spezialisierten Anbieters, Evernym, angeschlossen, wie u.a. in Barclaycard joins forces with Evernym on self-sovereign identity berichtet wird. Evernym gehört auch den Unterstützern der Sovrin-Foundation.

Als Begründung für den Beitritt zu dem Accelerator-Programm gibt das Barclay-Card Payment Solutions (BPS) Innovation Team an:

You’re trying to pay for something but the details in the autofill tool are incorrect or need updating. By using your unique Sovrin identifier, you can share verified details and more – your card number, date of birth, passport number, address etc. – and automatically input those into the form.

Der Direktor des BPS, Ed Black, über die Motivation:

Self-sovereign identity looks set to play an important role in the payments market of the not too distant future. And thanks to the partnership with Evernym, BPS customers will be well placed to benefit from this quick, easy and secure technology.

Wenn der Eindruck nicht täuscht, dann rechnen die Payments- und Kreditkartenunternehmen damit, dass sich selbstverwaltete digitale Identitäten über kurz oder lang durchsetzen werden. In erster Linie geht es darum, die Effizienz zu erhöhen (z.B. Doppeleingaben und Eingabefehler vermeiden) und die Datenqualität zu steigern. Dabei wird es nicht bleiben, d.h. neue Geschäftsmodelle lassen sich realisieren, wie der Handel mit bestätigten bzw. verifizierten Merkmalen/Attributen (Vgl. dazu: Verifizierte Attribute Digitaler Identitäten: Attribute Economy 2.0).

Microsoft hat übrigens in dem Paper Why we need Decentralized Identity seine Absichten, Self Sovereign Identities zum Durchbruch zu verhelfen, untermauert.

Einige Wochen vor Mastercard und Barclaycard hat Visa seinen Hut in den Ring geworfen, wie in Visa Ready to Launch Digital identity System Based on Blockchain berichtet wird. Die Lösung richtet sich jedoch an Finanzinstitutionen (B2B).

Weitere Finanzdienstleister werden voraussichtlich schon bald folgen.

Crosspost von Bankstil

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Why we need Decentralized Identity

Von Ralf Keuper

Wenn sich ein Konzern, der in Vergangenheit wie kaum ein anderer für Zentralisierung und monopolistische Marktmacht stand, für dezentrale digitale Identitäten stark macht, dann ist das sicherlich nicht nur der Liebe zu mehr Wettbewerb und Diversität geschuldet. Bislang hat Microsoft noch immer rechtzeitig auf ein verändertes Marktumfeld reagiert. Sollte sich dieses Muster auch im vorliegenden Fall bestätigen, dann steht dezentralen Digitalen Identitäten eine goldene Zukunft bevor. 

Jedenfalls hat Microsoft in Decentralized Identity. Own and control your identity ein Plädoyer für dezentrale digitale Identitäten verfasst. Das Unternehmen übernimmt in den verschiedenen Gremien eine aktive Rolle. 

Microsoft is actively collaborating with members of the Decentralized Identity Foundation (DIF), the W3C CredentialsCommunity Group, and the wider identitycommunity. We’re working with thesegroups to identify and develop criticalstandards. We’re developing an opensource DID implementation that runs atopexisting public chains as a public Layer 2 network designed for world-scale use.The purpose of this implementation is to establish a united, interoperable ecosystem that developers and businesses can rely on to build a new wave of products,applications, and services that put
users in control.

Sie scheinen es wirklich ernst zu meinen. 

Informativ ist das Schaubild zum Zusammenspiel der verschiedenen Rollen und Instanzen im Ökosystem dezentraler digitaler Identitäten.

Quelle: Microsoft 

Von besonderer Bedeutung sind die Decentralized Identifiers (DID) und die Identity Hubs.

Der entscheidende Vorteil der Identity Hubs besteht darin, dass der Nutzer damit unabhängig von entsprechenden Identity-Dienstleistern ist, es also nicht zu einem Lock-in-Effekt kommen kann:

A key property of DIF Identity Hubs is that a user can leverage multiple instances across providers and infrastructure boundaries that sync and replicate data to achieve ashared state. But you’re not required to use a provider for your Identity Hub at all: Identity Hubs are open source server technology that you can run on any device or infrastructure. This ensures that your identity data is not bound to anyorganization, upholding the commitmentto decentralization, self-ownership, anduser control.

Allerdings bietet Microsoft technologische Unterstützung an:

Microsoft will offer aninstance of DIF’s Identity Hub as an Azure service that users can select as one of their Identity Hub instances.

Im Idealfall entstehen auf Basis dezentraler digitaler Identitäten und der dazu gehörigen Infrastruktur neue Geschäftsmodelle. Beispielhaft dafür ist die semantische Datenschicht:

DID owners can choose to publish (and when necessary revoke) any type of data, intent, or expression. This creates a vibrant, open marketplace of intended-public data that can be used forP2P offer discovery and value exchange,such as secondhand sales of goods, ridesharing, and vacation rentals. …
Suppliers and retailers can encode product and service data into their Identity Hubs as GS1 objects, enabling them to exchange supply chain data more efficiently and securely than ever before.

Die wesentlichen Merkmale dezentraler digitaler Identitäten:

  1. A user can have one or more DIDs,based on open standards.
  2. DIDs can be resolved across chains and ledgers (public, private, and so on).
  3. DID permissions are managed via keys accessible only to the user.
  4. Identity attributes (or claims) are stored in off-chain DIF Identity Hub
    personal datastores.
  5. Users can have one or more IdentityHub instances, across devices
    and clouds.
  6. User consent is required to access attestations/claims—with granular access controls.
  7. Claims are compatible with existingstandards (OAuth 2.0 / OIDC).

Zusammen mit Mastercard will Microsoft digitalen Identitäten, die sich unter Kontrolle der Nutzer befinden, zum Durchbruch verhelfen (Vgl. dazu: Mastercard und Microsoft planen gemeinsame Digital Identity – Lösung). 

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New Banking trifft Metrologie

Von Ralf Keuper

Ohne die Einigung auf Maßeinheiten wäre der globale Austausch von Gütern und Dienstleistungen nur unter hohen Kosten und großem Aufwand möglich; er würde zu Abstimmungsproblemen und Rechtsstreitigkeiten führen, die ein Geschäft schnell unattraktiv machen. Das gilt auch für das Inland. So betrachtet ist die Metrologie, die Wissenschaft des Messens, die stille Herrscherin der globalen Ökonomie. Vor der Verwirklichung unseres heutigen internationalen Einheitssystems im Jahr 1960 lag ein langer Weg, der sich über Jahrhunderte hinzog, wie Felix Martin in Geld, die wahre Geschichtehervorhebt:

Die Schaffung des Internationalen Einheitensystems war daher die sichtbare und materielle Manifestation einer tiefgreifenden, aber unsichtbaren Wandlung in der Geschichte der menschlichen Ideen. Dieser Prozess dauerte Jahrhundert – vermutlich sogar Jahrtausende.

Mittlerweile wurde das Internationale Einheitensystem an die gesellschaftliche und ökonomische Entwicklung angepasst, wie beim Urkilo. Es wird künftig durch eine Naturkonstante, das Plancksche Wirkungsquantum, ersetzt. Daneben wurden vier weitere SI-Einheiten neu definiert (Vgl. dazu: Revolution der Metrologie). Kurzum: Die Welt des Messens wird (noch) abstrakter.

Die zunehmende Digitalisierung, d.h. die Vernetzung von Mensch und Maschine mittels Datenübertragung in Echtzeit, ruft daher auch die Metrologie auf den Plan. In Deutschland ist die Physikalisch Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig die oberste Instanz bei allen Fragen des Messens. Neben dem  NIST in den USA und dem NPLin Großbritannien zählt die PTB laut Wikipedia zu den führenden Instituten der Metrologie.

In Metrologie für die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft hat die PTB ihre Digitalisierungsstrategie beschrieben. Warum sich die PTB dazu veranlasst sah, geht aus den folgenden Zeilen hervor:

Messwerte, Daten, Algorithmen, mathematische und statistische Verfahren sowie Kommunikations- und Sicherheitsarchitekturen bilden die Grundlage der digitalen Erweiterung und Transformation. Somit ist die digitale Ertüchtigung der Qualitätsinfrastruktur (QI) – dem Dreiklang aus Metrologie, Normung und Akkreditierung – sowie des gesetzlichen Messwesens mit Konformitätsbewertung, Eichwesen und Marktüberwachung zentrale Voraussetzung für das Gelingen der digitalen Transformation zu einer vernetzten Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft. Der Physikalisch-Tech- nischen Bundesanstalt (PTB) als dem nationalen Metrologieinstitut obliegt dabei eine Schlüssel- rolle mit vielfältigen Zuständigkeiten und Kompetenzen.

Zentraler Baustein der Digitalisierungsstrategie der PTB ist die European Metrology Cloud.

Ihr Fundament bildet eine vertrauenswürdige Hauptmetrologieplatform in jedem Mitgliedsstaat, die dafür gedacht ist gesetzliche Verfahren durch das Anknüpfen an bestehende Infrastrukturen und Datenbanken zu unterstützen und zu vereinfachen und um eine zentrale Anlaufstelle für alle Interessenten bereitzustellen. Innerhalb dieser Qualitätsinfrastruktur, werden Referenzarchitekturen, wie z.B. innovative Messinstrument sowie auch technologisch und datengetriebene digitale Dienstleistungen des gesetzlichen Messwesens entwickelt.

Mit der European Metrology Cloud soll die Bildung des Digitalen Binnenmarkts in Europa unterstützt werden.

Die Metrologie sei überdies ein Mittel, um die Martkdominanz der großen Plattform-Unternehmen aus den USA und Asien zu begrenzen.

Die Beherrschung von Schlüsselkompetenzen in den Bereichen der Kalibrierung, IT- Sicherheit, Messtechnik und Datenanalyse ist .. die Grundlage für eine bedarfsorientierte Standardisierung. .. In den Expertendiskussionen an der PTB wurde ebenso mehrfach vor einem sogenannten „Plattformkapitalismus“ gewarnt, der durch die Marktdominanz einzelner Unternehmen entstehen kann und der nicht zuletzt KMU ganz wesentlich bedroht. Dem kann nur mit einer flexiblen und verlässlichen Normensetzung und Standardisierung begegnet werden. Dies ist insbesondere in einer globalisierten Wirtschaft von großer Bedeutung, um die Handlungsmög- lichkeiten deutscher und europäischer Unternehmen nicht durch andere globale Wettbewerber begrenzen zu lassen.

Auf die Bedeutung von Standards für das Banking wurde auf diesem Blog häufiger hingewiesen (Vgl. dazu: Technologie- und Industriestandards beschleunigen die “Bankendämmerung” #1).

Wie die anhaltende Diskussion um die Ethik von Algorithmen und Daten zeigt, und nicht zu vergessen die mittlerweile zahllosen Fälle von Datenmissbrauch und Identitätsdiebstahl, besteht die größte Gefahr der Digitalökonomie darin, dass die Verbraucher das Vertrauen in die Gültigkeit der Aussagen/Bewertungen im Netz sowie in die Authentizität ihrer Geschäftspartner verlieren. In der Industrie wird die Frage immer kritischer, wie sich die Echtheit von Produkten und Patenten beweisen lässt. Die erwähnte European Metrology Cloud ist daher von großer strategischer Bedeutung für die europäische Wirtschaft. Auch künftig werden Instanzen benötigt, die in der Lage sind, das nötigen Vertrauen in die Transaktionen und die beteiligten Akteure herzustellen und zu sichern (z.B. verifizierte Digitale Identitäten für Personen, Sichere Digitale Identitäten für Maschinen, Maschinenzertifikate, Algorithmic Angels, Datengenossenschaften, Identity Banks). Eine Rolle, die von Banken oder bankähnlichen Institutionen übernommen werden kann – im Zusammenspiel mit weiteren Instanzen, wie der PTB. Auf diese Weise entsteht ein neuer Wirtschafts- und damit auch Bankstil. Die Banken bzw. ihre Nachfolgeinstitutionen sollten daher (pro-)aktiv an der Entwicklung entsprechender Standards mitwirken.

Crosspost von Bankstil 

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Blockchain und Distributed-Ledger-Technologien – Potenziale und Anwendungsfelder – Anfrage Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN an die Bundesregierung

Von Ralf Keuper

Vor wenigen Wochen wollten einige Abgeordnete der Fraktion Bündnis90/Die Grünen von der Bundesregierung wissen, wie sie es mit den Blockchain- und Distributed Ledger – Technologien hält. Wenngleich die Abgeordneten die Blockchain-Technologie nicht unkritisch betrachten, überwiegen für sie dennoch die Chancen für die Wirtschaft und Gesellschaft: 

In Deutschland besteht nach Ansicht der Fragestellenden die einmalige Chance, mit einer im internationalen Vergleich florierenden Blockchain Community vor allem in Berlin, aber beispielsweise auch in München und Frankfurt, interessante Anwendungsfelder zu definieren und entsprechende Geschäftsmodelle zuentwickeln. Von den anstehenden politischen Entscheidungen auf Bundes-, europäischer sowie internationaler Ebene wird abhängen, ob es gelingt, die vielfältigen Potenziale von Blockchain- und Distributed-Ledger-Technologien tatsächlich zum Tragen zu bringen, mögliche Risiken zu verringern, Rechtssicherheit durch Regulierung zu schaffen, sinnvolle Technologieförderung zu betreiben sowie die innovative und heterogene Gründerszene in Deutschland nichtnur zu erhalten, sondern den Standortvorteil auszubauen und vielversprechendeökonomische sowie sozial-ökologische Entwicklungen zu unterstützen.

Gegenstand der Anfrage waren auch die aktuellen und geplanten Aktivitäten der Bundesregierung im Bereich der Digitalen Identitäten. 

Angesprochen auf Use Cases im Rahmen der Europäischen Blockchain Partnerschaft ließ die Regierung wissen: 

Die Europäische Kommission hat von sämtlichen Partnerstaaten Use Cases erfragt, die sich für eine europäische Blockchain Services Infrastruktur eignen könnten. In diesem Zusammenhang hat auch das BMWi verschiedene mögliche Use Cases zusammengetragen. Diese Use Cases umfassten mehrere im Zusammenhang mit dezentralen digitalen Identitäten und mehrere im Zusammenhangmit der Validierung von Dokumenten, wie Zeugnissen oder Führerscheinen. Sobald im Rahmen der Partnerschaft Entscheidungen getroffen werden sollten, werden sämtliche Ressorts im Rahmen ihrer Zuständigkeiten einbezogen.

Die Anfrager wollten von der Regierung wissen, welche Ergebnisse die vom Bundeswirtschaftsministerium durchgeführten Experten-Workshops gebracht haben. 

Die Antwort der Regierung:

In den Experten-Workshops des BMWi wurde eine Reihe von Bereichen identifiziert, in denen sich die „Blockchain-Community“ ein stärkeres Engagement derWirtschaftspolitik wünscht. Dies betrifft unter anderem das Setzen einiger grundsätzlicher Standards, zum Beispiel mit Blick auf Sicherheitsanforderungen, die Definition von Formvorschriften oder um die Interoperabilität von Blockchainszu verbessern. Um Blockchains für rechtssichere digitale Identitäten verwendenzu können, bedürfe es ebenfalls der politischen Unterstützung für den notwendigen Ordnungsrahmen. Zudem sollte die Verwaltung mit gutem Beispiel vorangehen und den Einsatz von Blockchains in ihrem Einflussbereich umsetze

Auf die Frage

Welche Potenziale von auf Blockchain- und Distributed-Ledger-Technolo-gien programmierten Smart Contracts sieht die Bundesregierung jeweils fürdie Bereiche finanzielle und digitale Transaktionen, neue Formen der Unternehmensfinanzierung und Unternehmensbeteiligung, Industrieprozesse unddigitale Fabriken sowie Datentransfers im „Internet of Things“, und welchepolitischen Gestaltungsmöglichkeiten existieren nach Ansicht der Bundesre-gierung, um diese Potenziale zum Tragen zu bringen?

antwortete die Bundesregierung:

…  Eine wesentliche Grundlage für die Blockchain-Infrastruktur, in der „SmartContracts“ zur Anwendung kommen, sind rechtssichere digitale Identitäten, sowohl für natürliche Personen als auch für Maschinen und Geräte. Bislang gibt es eine Reihe von Pilotprojekten in diesem Bereich, die aber nicht miteinander interoperabel sind. Es gibt derzeit auch noch keinen akzeptierten Standard für digitale Identitäten. Die Bundesregierung wird im Rahmen der Erarbeitung der Blockchain-Strategie prüfen, inwiefern sie über die Vernetzung der „Blockchain-Community“, über Pilotprojekte im eigenen Zuständigkeitsbereich und über den Austausch auf europäischer und internationaler Ebene an der Entwicklung von Standards für digitale Identitäten mitwirken kann.

Die Regierung verweist auf die verschiedenen Initiativen unter deutscher Beteiligung bei der Definition internationaler Standards, wobei die DIN eine besondere Rolle einnimmt. Die Bundesregierung schreibt dazu:

Die Normung und Standardisierung von Basistechnologien für Industrie 4.0 (z. B.Sichere Digitale Identitäten; Cyber Security) wird von DIN auch auf europäischerund internationaler Ebene begleitet. Gemeinsame Komitees auf internationaler(ISO/IEC, JTC 1/SC 27) und europäischer Ebene (CEN/CENELEC JTC 13 Cy-bersecurity and Data Protection) haben inzwischen zahlreiche strategisch wichtige Projekte in Gang gesetzt. DIN hat hierfür im relevanten Normenausschuss „Informationstechnologie und Anwendungen“ einen neuen Fachbereich etabliert. JTC 13 befasst sich mit der Entwicklung von Standards für Datenschutz, Informationsschutz, Sicherheitstechnologien mit besonderem Fokus auf Cybersicherheit, die alle Aspekte der sich entwickelnden Informationsgesellschaft betreffen. Bestehende oder in der Entwicklung befindliche Standards sollen identifiziert und in das europäische Normenwerk übernommen und gemäß europäischer Verordnungen adaptiert werden, um die Entwicklung des europäischen Digitalen Binnenmarkts zu unterstützen.

Die Regierung verweist dabei auf das vom DIN geleitete Projekt Sichere Digitale Identitäten:

Zudem hat DIN im Auftrag des BMWi eine Sachverhalts- und Situationsanalysezu „Sichere Digitale Identitäten“ (SDI) inklusive der Ermittlung des Handlungsbedarfs und Umsetzungsempfehlungen zur Definition und Etablierung von SDI als Vertrauensanker in der digitalisierten Welt durchgeführt und einen Berichtvorgelegt.

In ihrer Antwort auf die Frage

Welche Potenziale ergeben sich nach Ansicht der Bundesregierung durchBlockchain- und Distributed-Ledger-Technologien für den Bereich Indus-trie 4.0 und digitale Fabriken, und welche Möglichkeiten sieht die Bundes-regierung, auch den Beispielen anderer Staaten folgend, die angekündigteBlockchain-Strategie sowie Technologiepolitik allgemein stärker mit politischen Maßnahmen im Bereich Industrie 4.0 zu verzahnen?

nennt die Bundesregierung als Anwendungsfall u.a. das Smart Tracking:

Mögliche Anwendungsfälle sind erstens das sog. Smart Tracking. Dadurch kanndie Identität von Gegenständen in jeder Transport- und After-Sales-Phase eindeutig bestätigt werden. Zugleich ermöglicht die Blockchain eine umfassende Rückverfolgung und revisionssichere Dokumentation des Produktionsablaufs.

In ihren Antworten bescheinigt die Bundesregierung der Blockchain-Technologie, innovativ zu sein. Wie groß das Potenzial wirklich ist, sei zum jetzigen Zeitpunkt schwer abzuschätzen. Die Regierung sieht die Verantwortung für die Realisierung der Potenziale der Blockchain, d.h. konkreter Anwendungsfälle, ohnehin bei der privaten Wirtschaft und der Wissenschaft. Als Regierung könne man nur den Rahmen vorgeben.

Mitte nächsten Jahres will die Regierung ihre Blockchain-Strategie vorlegen. 

Die Regierung verweist auf von ihr geförderte, laufende Pilotprojekte:

  • Sechs Förderprojekte im Rahmen der technologieprogrammbezogenen Ausschreibungen Smart Service Welt II, IKT für Elektromobilität III und PAiCE(Platforms | Additive Manufacturing | Imaging | Communication | Enginee-ring): BIoGPV, ETIBLOGG, das Projekt Pebbles, SMECS, Charge4C unddas Projekt SAMPL.
  • Vier von fünf Modellregionen des Förderprogramms „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ (SINТEG) erproben Distributed-Ledger-Technologie im Bereich des Stromhandels.
  • Die Pilotierung von Distributed-Ledger-Technologie im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Alles in allem erwecken die Antworten den Eindruck, als wolle sich die Regierung bei der Blockchain- und den Distributed Ledger Technologie alle Optionen offen halten. Es wird abgewartet, welche Blockchain-Arten sich durchsetzen und wie “nachhaltig” diese relativ neue Technologie ist. Momentan verschafft man sich einen Überblick. Womöglich liefert die Blockchain-Strategie im nächsten Jahr konkretere Aussagen. Die Bedeutung Digitaler Identitäten für die Wirtschaft und Gesellschaft wird vollumfänglich anerkannt. Interessant wäre zu erfahren, wie die Use Cases bei den dezentralen Identitäten gestaltet sind und inwieweit die Regierung den dezentralen Ansatz unterstützt. Bei der Standardisierung setzt man vor allem auf DIN. Ohne wirtschaftspolitische Grundsatzentscheidungen, sowohl auf nationaler wie auch europäischer Ebene, was die Standards betrifft, wird es schwer, das Potenzial der Blockchain- und Distributed Ledger Technologien, sofern es vorhanden ist, zu heben. Allzu viel Zeit kann sich die Regierung nicht lassen. Andere Länder, wie Dubai, sind da schon weiter. 

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Die Rolle der Metrologie für die Industrie 4.0

Von Ralf Keuper

Ohne die Einigung auf Maßeinheiten wäre der globale Austausch von Gütern und Dienstleistungen nur unter hohen Kosten und großem Aufwand möglich; er würde zu Abstimmungsproblemen und Rechtsstreitigkeiten führen, die ein Geschäft schnell unattraktiv machen. Das gilt auch für das Inland. So betrachtet ist die Metrologie, die Wissenschaft des Messens, die stille Herrscherin der globalen Ökonomie. 

Die zunehmende Digitalisierung, d.h. die Vernetzung von Mensch und Maschine mittels Datenübertragung in Echtzeit, stellt die Metrologie vor neue Herausforderungen. In Deutschland ist die Physikalisch Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig die oberste Instanz bei allen Fragen des Messens. Neben dem  NIST in den USA und dem NPL in Großbritannien zählt die PTB laut Wikipedia zu den führenden Instituten der Metrologie.

In Metrologie für die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft hat die PTB ihre Digitalisierungsstrategie beschrieben. Warum sich die PTB dazu veranlasst sah, geht aus den folgenden Zeilen hervor:

Messwerte, Daten, Algorithmen, mathematische und statistische Verfahren sowie Kommunikations- und Sicherheitsarchitekturen bilden die Grundlage der digitalen Erweiterung und Transformation. Somit ist die digitale Ertüchtigung der Qualitätsinfrastruktur (QI) – dem Dreiklang aus Metrologie, Normung und Akkreditierung – sowie des gesetzlichen Messwesens mit Konformitätsbewertung, Eichwesen und Marktüberwachung zentrale Voraussetzung für das Gelingen der digitalen Transformation zu einer vernetzten Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft. Der Physikalisch-Tech- nischen Bundesanstalt (PTB) als dem nationalen Metrologieinstitut obliegt dabei eine Schlüssel- rolle mit vielfältigen Zuständigkeiten und Kompetenzen.

Weiter:

Die PTB ist somit ein Eckpfeiler der nationalen Qualitätsinfrastruktur und des gesetzlichen Messwesens und hat sich zum Ziel gesetzt, für Industrie und Gesellschaft als verlässlicher Partner in der digitalen Transformation zu agieren. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die von der PTB im gesetzlich geregelten Bereich und der QI angebotenen metrologischen Dienstleistungen sowie die häufig mittelständisch organisierte deut- sche Sensor- und Messgeräteindustrie.

Angesichts der mit der fortschreitenden Digitalisierung einher gehenden Dynamik in der Wirtschaft, beabsichtigt die PTB die Schlagzahl zu erhöhen, um dadurch Alleingängen großer Unternehmen oder von Branchen vorzubeugen:

Allgemein ist die Tendenz zu beobachten, dass Firmen eher auf Kollaboration mit anderen Industriepartnern für die Entwicklung bilateraler Vereinbarungen setzen, als auf klassische Wege der Normung und Standardisierung. Als ein Grund dafür wird die Notwendigkeit des schnellen Handelns angeführt, welche sich aus dem internationalen Marktdruck ergibt. So empfiehlt die VDMA-Studie, dass Unternehmen nicht auf die Entwicklung umfassender Standards warten, sondern stattdessen zügig selbst erste Lösungen anbieten sollten. Dieser Entwicklung gilt es mit schnellen, konzentrierten, handhabbaren und flexiblen Standardisierungsvorhaben entgegenzutreten.

Hierfür halt die PTB neben der Definition von Referenzarchitekturen auch die Errichtung

cloud-basierter Angebote mit einer zentralen Instanz als vertrauenswürdigem Kern für die digitale Transformation der Prozesse im gesetzlichen Messwesen unbedingt notwendig.

Als Beispiel nennt die PTB die Modellierung und den virtuellen Messprozess beim Digitalen Zwilling.

Zentraler Baustein der Digitalisierungsstrategie der PTB ist die European Metrology Cloud.

Ihr Fundament bildet eine vertrauenswürdige Hauptmetrologieplatform in jedem Mitgliedsstaat, die dafür gedacht ist gesetzliche Verfahren durch das Anknüpfen an bestehende Infrastrukturen und Datenbanken zu unterstützen und zu vereinfachen und um eine zentrale Anlaufstelle für alle Interessenten bereitzustellen. Innerhalb dieser Qualitätsinfrastruktur, werden Referenzarchitekturen, wie z.B. innovative Messinstrument sowie auch technologisch und datengetriebene digitale Dienstleistungen des gesetzlichen Messwesens entwickelt.

Mit der European Metrology Cloud soll die Bildung des Digitalen Binnenmarkts in Europa unterstützt werden.

Die Metrologie sei überdies ein Mittel, um die Martkdominanz der großen Plattform-Unternehmen aus den USA und Asien zu begrenzen.

Die Beherrschung von Schlüsselkompetenzen in den Bereichen der Kalibrierung, IT- Sicherheit, Messtechnik und Datenanalyse ist .. die Grundlage für eine bedarfsorientierte Standardisierung. .. In den Expertendiskussionen an der PTB wurde ebenso mehrfach vor einem sogenannten „Plattformkapitalismus“ gewarnt, der durch die Marktdominanz einzelner Unternehmen entstehen kann und der nicht zuletzt KMU ganz wesentlich bedroht. Dem kann nur mit einer flexiblen und verlässlichen Normensetzung und Standardisierung begegnet werden. Dies ist insbesondere in einer globalisierten Wirtschaft von großer Bedeutung, um die Handlungsmög- lichkeiten deutscher und europäischer Unternehmen nicht durch andere globale Wettbewerber begrenzen zu lassen.

Bevor also Unternehmen wie Apple, Amazon, Google und Alibaba de facto-Standards schaffen, an denen kaum noch ein Weg vorbeiführt, sollten die Mittel, welche die Metrologie zur Verfügung stellt, ausgiebig genutzt werden – vor allem auf europäischer Ebene.

Im Internet der Dinge bzw. der Industrie 4.0 ist die Kalibrierung digitaler Zwillinge besonders wichtig:

Der „digitale Zwilling“ des Sensors wird damit automatisch aus dem digitalen Kalibrierschein generiert. Für die Entwicklung, Etablierung und breite Anwendung von digitalen Kalibrierscheinen ist es notwendig, Festlegungen über Struktur, Inhalt, erlaubte Maßeinheiten, Schnittstellen, Validität und Sicherheit der Daten- kommunikation und digitale Siegel und Signaturen zu treffen. Dabei spielen Authentizität und kryp- tografische Sicherung, beispielsweise mittels eines digitalen Signaturmanagements, eine entschei- dende Rolle.

Daraus wird deutlich, dass die Metrologie im Hintergrund dafür sorgen kann, dass Daten und andere digitale Vermögenswerte auf Basis international anerkannter Standards ausgetauscht werden können. In der Datenökonomie ist das ein entscheidendes Erfolgskriterium – jedenfalls für die deutsche und europäische Industrie, die bislang über keine großen digitalen Plattformen wie in den USA und China verfügt und damit Gefahr läuft, die Kundenschnittstelle, nachdem sie im B2C-Geschäft bereits verloren  ging, auch in dem B2B bzw. B2B2C-Geschäft einzubüßen. Eine nicht unbegründete Sorge:

The industrial IoT domain summarizes everything what is outside the classical consumer domain with a strong emphasis on B2B business. In general, there is a convergence of consumer and industrial internet. We see signs of “consumerization”, for instance, in the home market through the appearance of voice control appliances like Amazon’s Alexa or Apples Homepad. Also, it is typically the case in the automotive industry in which consumer and industrial platforms are merging the concept of connected and automated driving (in: Cognitive Hyperconnected Digital Transformation. Internet of Things Intelligence Evolution)


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EOS Blockchain Is Flipping Identity On Its Head

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Developing Trust Frameworks to Support Identity Federations


When supported by trust frameworks, identity federations provide a secure method for leveraging shared identity credentials across communities of similarly-focused online serviceproviders. This document explores the concepts around trust frameworks and identity federations and provides topics to consider in their development and implementation.

Quelle / Link: Developing Trust Frameworks to Support Identity Federations

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Identity Economy: Ein kurzer Wochenrückblick #71

Von Ralf Keuper

Anbei eine Aufstellung von Beiträgen, die mir in in dieser Woche besonders ins Auge gefallen sind:

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