Was ist Ethereum? – Eine Einführung

Von Ralf Keuper

Auf CoinCentral gibt Alex Moskov in What is Ethereum? | The Ultimate Beginners’ Guide einen informativen und lesenswerten Überblick über die Entwicklung der letzten Jahre, den aktuellen Stand und die künftigen Herausforderungen bei Ethereum. 

Sein Fazit:

While there is a lot of speculative interest around Ethereum, it’s important to note that the Ethereum and dapp communities are very much focused on building a tangible future.

Ethereum is a phenomenal application of the blockchain and has made it possible for hundreds of projects to exist.

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Zukunftsmarkt Internet of Payments / IoT-Payments: Interview mit Joachim Dorschel (DPS Gruppe)

Joachim Dorschel. Foto: DPS-Gruppe

Wenn demnächst Maschinen in der Lage sind, sich gegenseitig zu beauftragen und zu bezahlen, dann entsteht hier ein Markt, der für viele Anbieter lukrativ ist. Im Gespräch erläutert Joachim Dorschel (Foto), Rechtsanwalt und Geschäftsführer der DPS Engineering GmbH und der DPS Innovations GmbH, welche Anforderungen die vernetzte Produktion (Industrie 4.0) an die Banken und ihre IT-Infrastrukturen stellt, wer sonst noch eine relevante Rolle im Internet of Payments bzw. bei den IoT-Payments spielt und demnächst noch übernehmen wird, weshalb die sichere Identifizierung der Maschinen und damit Identity-as-a-Service ein Wachstumsmarkt ist und welche Funktion die Blockchain-Technologie in der Machine Economy übernehmen könnte. Joachim Dorschel hat zusammen mit David Karlin den Beitrag Technik und Prozesse für ein Internet of Payments veröffentlicht. 

  • Herr Dorschel, was genau macht DPS; welche Funktion haben Sie dort?

DPS ist seit fast dreißig Jahren als IT Dienstleister für Finanzinstitute und banknahe Retail-Services am Markt aktiv. Unsere Kunden sind unter Anderem große Privatbanken, Landesbanken, die Sparkassenorganisation, genossenschaftliche Institute sowie Payments Service Provider. Schwerpunkte von DPS sind das Transaction Banking, insbesondere Payments und Securities Settlement, Omnichannel Banking sowie techniknahe Regulatorik. In unserer Innovations-Einheit entwickeln wir Produktideen in den Bereichen Blockchain, RegTech und seit einiger Zeit auch IoT.

Ich selbst bin gelernter Rechtsanwalt und Geschäftsführer der DPS Engineering GmbH und der DPS Innovations GmbH und dort zuständig für Strategie, Marketing und Vertrieb.

Die Bedeutung von IoT und Industrie 4.0 für industrielle Produktionsprozesse und Wertschöpfungsketten ist bekannt. Banken spielen bei der Beschaffung, dem Absatz und allgemein in der Supply Chain eine wesentliche Rolle als Finanzierer und als Anbieter von Zahlungsverkehrsprodukten. Mit IoT sind gänzlich neue Preis- und Geschäftsmodelle denkbar. Dies erfordert neue Modelle der Finanzierung und Abrechnung. Banken können sich hier als innovativer Serviceprovider profilieren.

  • Können Sie ein Beispiel aus der Praxis nennen?

Bislang gibt es wenige produktive Anwendungsfälle. Ein Prototyp, an dem wir gerade arbeiten, erlaubt es, die Finanzierung von technischen Geräten mit dem Gerät selbst zu verbinden. Denkbar sind so Vertragsmodelle, bei denen die Zahlungsverpflichtung aus der Anschaffungsfinanzierung mit einer Weiterveräußerung automatisch auf den Erwerber übergeht. Hierdurch werden auch finanzierte Geräte (z.B. Fahrzeuge) leicht weiterveräußerbar. Zins- und Tilgungsdienst leistet primär der jeweilige Eigentümer oder Besitzer, bei dem das wirtschaftliche Interesse am Betrieb des Produktes liegt. Wird nicht fristgerecht bezahlt, geht das Gerät außer Betrieb.

  • Sind Banken sowohl technisch wie organisatorisch überhaupt in der Lage, die Vielzahl der Geräte und deren Kommunikationsströme zu erfassen und als Zahlungs- und Clearingstelle zu fungieren?

Was die Leistungsfähigkeit der Bank-IT angeht, so ist zu bedenken, dass die meisten Institute sich mit Instant Payments heute bereits darauf einrichten, Massenzahlungen in Echtzeit auszuführen. Aus Sicht des Zahlungsverkehrs wird IoT häufig nur ein weiterer Eingangskanal sein, den es entsprechend zu bedienen gilt.

Im Bereich Maschine-to-Maschine-Payments geht es darum, aus IoT-Daten Zahlungsinstruktionen zu generieren und diese transaktionssicher und regulatorikgerecht auszuführen. Die Verbindung zwischen der Bank-IT und einer IoT-Plattform wird hier mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Payment-Layer schaffen, ein Stück Software wie unser eCMS IoT-Server.

Für andere Modelle, etwa beim oben erwähnten Beispiel der maschinengebundenen Finanzierung, bedarf es gänzlich neuer Anwendungsarchitekturen. Wie sich die funktionalen Anforderungen zwischen Bank-IT, IoT-Plattformen und Verbindungsschichten verteilen, wird die technische Entwicklung zeigen.

  • Die großen digitalen Plattformen, wie Alibaba und Amazon, bieten bereits Internet Payments an. Warum sollten die Plattformen die Dienste von Banken noch in Anspruch nehmen?

Amazon und Alibaba sind auf Bezahlvorgänge im Consumer-Geschäft ausgerichtet – im Electronic Commerce und seit einiger Zeit auch im stationären Handel. Im IoT-Bereich geht es um Zahlungsverkehrslösungen für Unternehmenskunden, wobei die wesentliche Herausforderung darin liegt, in einem stark regulierten Umfeld innovative Payment-Lösungen für neue Geschäftsmodelle zu finden. Hinzu kommt, dass viele Use Cases virtuelle Abrechnungseinheiten benötigen werden, wobei die etablierten Kryptowährungen ungeeignet sind. Hier können Banken als Vertrauensgeber, als Berater und als Lösungsanbieter eine entscheidende Rolle spielen.

  • Unternehmen bzw. Startups wie IOTA oder Slock.it wollen es ermöglichen, dass Maschinen sich gegenseitig beauftragen und bezahlen können. Ein realistisches Szenario?

Die Idee hinter den genannten Initiativen ist in beiden Fällen durchaus realistisch. Bei IOTA sehe ich allerdings das Problem, dass das Konzept auf einer handelbaren Kryptowährung basiert, welche definitionsgemäß volatil ist. Eine Kryptowährung, deren einziger Zeck es ist, als Recheneinheit für Maschine-to-Maschine-Transaktionen zu dienen, sollten aber eher an eine etablierte Fiat-Währung gebunden sein. Für solche Stable Coins oder auch über DLT organisiertes e-Geld bedarf es einer vertrauensgebenden Instanz. Hier kommen wieder Banken ins Spiel.

  • Sind IoT-Datenmarktplätze wie Streamr ein Modell mit Zukunft?

Neutrale und universelle Plattformen für den Datenaustausch werden für IoT-Anwendungen sicherlich an Bedeutung gewinnen. Welche Formate, Konzepte und Anbieter sich letztlich durchsetzen werden, ist aus heutiger Sicht völlig offen. Anbieter von Payments Services und IT-Lösungen werden sich auf unterschiedliche Konzepte und Formate einstellen müssen. Dabei muss man bedenken, dass sich Infrastruktur und Angebote auch auf der Payment-Seite weiterentwickeln. Instant und Mobile Payments sind hier nur zwei Beispiele.

  • Die Themen Datenschutz / Privacy by Design sowie die sichere Identifizierung befinden sich im IoT noch in den Anfängen. Zeichnet sich hier der Bedarf von Identity-as-a-Service – Providern sowohl für Personen wie auch für Maschinen ab?

Die sichere Identifikation von Maschinen wird eine der Herausforderungen bei Maschine-to-Maschine-Payments sein. Die PSD2 verlangt für Zahlungsaufträge eine Zwei-Faktor-Authentifizierung. Dieses Konzept ist auf Maschinen nicht ohne weiteres übertragbar. Das IoT-Referenzmodell RAMI 4.0 weist jedem Gegenstand einer Verwaltungsschale zu. Eine zentrale Anforderung ist dabei, dass die Verwaltungsschale und der ihr zugeordnete Gegenstand über eine eindeutige ID verfügen.

Bei netzwerkübergreifenden Transkationen zwischen Maschinen müssen diese ID´s auch untereinander eindeutig und unverfälschbar sein. Hier kommt der Authentifizierung der Identität, wie man sie heute bereits beim OPT-Verfahren kennt, entscheidende Bedeutung zu. Dabei werden aus heutiger Sicht Instanzen benötigt, die Zertifikate erteilen und die Zuordnung von Maschinen und Personen (eine Maschine kann juristisch nicht Inhaber von Rechten und Pflichten sein) sicherstellen. Identity-as-a-Service kann hier eine weitaus größere Bedeutung gewinnen, als dies heute der Fall ist.

  • Welche Rolle könnte die Blockchain-Technologie im Internet of Payments übernehmen?

Blockchain und DLT sind Schlüsseltechnologien für Zahlungen in dezentralen IoT-Netzwerken. Es liegt nahe, dass Wertetransfers zwischen Maschinen typischerweise nicht über klassische Zahlungsverkehrsnetzwerke abgewickelt werden, sondern hierfür eigene Tokens zum Einsatz kommen. Die mögliche Bedeutung von Stable Coins oder in Blockchain implementiertes E-Geld hatte ich bereits erwähnt.

Darüber hinaus ist es auch denkbar, das Identitätsmanagement und die Authentifizierung von Maschinen dezentral über entsprechende Technologien zu organisieren. Der große Vorteil einer solchen Lösung ist der Verzicht auf zentrale Instanzen, die als Single Point of Failure ein gesamtes Netzwerk blockieren können.

  • Wie wird sich der Markt für Internet Payments in den nächsten fünf Jahren entwickeln?

Diese Frage ist schwer zu beantworten. Entscheidend wird sein, wie sich die großen Industriekonzerne sowie die heute bereits etablierten IoT-Anbieter positionieren und welche Innovationskraft Banken und Payment Provider bei der Entwicklung von Lösungsangeboten zeigen. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass in fünf Jahren viele Transaktionen zwischen Maschinen ohne direktes oder indirektes menschliches Zutun erfolgen.

Crosspost von Bankstil

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IoT powered by Blockchain: How Blockchains facilitate the application of digital twins in IoT

… Blockchain technology appears today as potentially the most suitable and efficient way to generate, monitor and exchange digital twins. This evaluation roots in Blockchain’s highly desirable attributes like auditability, security and immutability. Digital twins benefit from these features, as they allow the transmission of data and value of any kind over the internet without intermediaries and a high degree of transparency. Already, many small and large companies provide opportunities to store physical objects on Blockchains, calling them “tokenized assets” and making full use of the immutability and transparency Blockchains offer. The next step is to connect these digital twins with each other and with interested third parties. For this, a specialized distributed ledger platform that allows sharing information among digital twins is required. Consequently, this Point of View outlines such a platform’s requirements, use cases and how stakeholders emerge as new leaders in their respective felds. …

Quelle / Link: IoT powered by Blockchain: How Blockchains facilitate the application of digital twins in IoT

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Netzwerkbasierte Geschäftsmodellinnovationen: Das Beispiel der Industrie 4.0-Anlage SmartFactoryKL

Quelle / Link: Netzwerkbasierte Geschäftsmodellinnovationen: Das Beispiel der Industrie 4.0-Anlage SmartFactoryKL

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Zu Besuch beim CITEC (Cognitive Interaction Technology) – Exzellenzcluster an der Universität Bielefeld

Von Ralf Keuper

Ein Ort in Deutschland, an dem auf dem Gebiet der Robotik seit Jahren auf höchstem Niveau geforscht wird, ist der Exzellenzcluster Cognitive Interaction Technology (CITEC) an der Universität Bielefeld.

Koordinator des Exzellenzclusters ist Prof. Dr. Helge Ritter, der für seine Forschungen u.a. mit dem Leibnizpreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet wurde. Aus der Würdigung:

…Seine interdisziplinär ausgerichteten Arbeiten zeigen, welchen Anteil prärationale Prozesse an natürlichem intelligenten Verhalten besitzen, in welcher Weise diese bereits in einfach gebauten Nervensystemen zu finden sind und wie sie durch neuronale Netze modelliert werden können. Damit übernimmt Ritter eine herausragende Rolle bei der Erforschung sogenannter intelligenter Leistungen.

Daneben ist Prof. Dr. Ritter Gründungsdirektor des Forschungsinstituts für Kognition und Robotik (CoR-Lab), das ebenfalls an der Universität Bielfeld angesiedelt ist. Seit 2007 werden dort neue Technologien und Verfahren für intelligente Maschinen entwickelt. Das Institut testet und optimiert seine Entwicklungen in Transferprojekten mit Industriepartnern.

Manuelle Intelligenz für Roboter 

Häufig beschränkt sich die Diskussion über die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz darauf, die Funktionen des menschlichen Gehirns zu simulieren. Dabei geht die Bedeutung der Hand als Werkzeug des Geistes unter. In ihrer Forschung beschäftigen sich die Bielefelder Wissenschaftler u.a. mit der Frage, inwieweit Roboter in der Lage sind, die manuellen Fähigkeiten der Menschen nachzubilden, Roboter gefühlvoll zu machen. Ritter spricht in dem Zusammenhang von Manueller Intelligenz. In dem Vortrag  Von Bewegung zu Begreifen – Manuelle Intelligenz für Roboter (Audio-Aufzeichnung: http://www.awhamburg.de/fileadmin/redakteure/Podcasts/2013-04-11_Ritter.mp3) erläutert Prof. Dr. Ritter die Herausforderungen, mit denen die Robotik bei dem Versuch konfrontiert ist, die komplexen Koordinationsvorgänge der menschlichen Hand auf Roboter zu übertragen. Was für uns mehr oder weniger selbstverständliche Handlungen des Alltags sind, wie das Drehen eines Türknaufs, das Falten von Papier oder das Öffnen einer Flasche mit Drehverschluss, ist für einen Roboter eine enorme Herausforderung. Wie bekommen wir die Greifmannigfaltigkeit des Menschen in den Roboter? Wie kann ein Roboter die bimanuale Koordination anthropomorpher Hände simulieren?

Ein Weg führt über die Mustererkennung und die Bildung von Kategorien. Dabei werden u.a. Computersehsysteme, Tastsensoren (Taktile Erkennung von Objekten) und Bewegungstracking eingesetzt. Mit der Zeit, in fortlaufenden Tests, verfeinert der Roboter seine Fähigkeiten. Selbst der Mensch kann in seinem Leben die Greifmannigfaltigkeit, die ihm biologisch mitgegeben ist, nicht ausschöpfen, d.h. die Kombinationsmöglichkeiten, die mit den 20 Bewegungsfreiheitsgraden und drei möglichen Stellungen (Gelenkwinkeln) der Hand gegeben sind, können wir während unseres Lebens nicht ausprobieren. Wir realisieren nur eine geringe Teilmenge der Möglichkeiten. So auch der Roboter, wenngleich – derzeit jedenfalls – in deutlichem geringerem Umfang als der Mensch. Erleichtert wird die Forschung dadurch, dass für Handlungen immer nur ein Teil der Gelenke benötigt wird, der Roboter – prinzipiell – also nicht über alle Kombinationsmöglichkeiten der menschlichen Hand verfügen muss.

Einen weiteren Überblick gibt der Vortrag Cognitive Interaction Technology. Darin wird Manuelle Intelligenz ab Min. 12 behandelt.

Sprache als Greifprozess

Als Werkzeug des Geistes hat die Hand auch einen Einfluss auf unsere Sprache bzw. unseren Sprachgebrauch. Ausdrücke wie “begreifen” oder Redewendungen wie “Er bekommt die Sache in den Griff” oder “Es ist zum Greifen nah”, “Es liegt auf der Hand” oder “es ist mit Händen zu greifen” weisen darauf hin. Laut Ritter bekommen wir über Worte Zugriff auf gedankliche Objekte im Gegenüber, die dort Veränderungen, z.B. im Verstehen oder Verhalten, bewirken können. Auf diese Weise leistet die Manuelle Intelligenz, das tiefere Verstehen von Händen, einen Beitrag zum Verständnis von Kognition und Lernen. Begriffe und Verstehen sind in unserem physikalischen Handeln verankert. Hände sind eine Brücke zur Welt. Nicht das Aussehen der Objekte ist entscheidend, sondern das, was man mit ihnen machen kann. Roboter mit manueller Intelligenz ausgestattet können daher auch wichtige Hinweise darauf liefern, wie wir selbst Kategorien während unseres Handelns bilden und wie Kognition und Lernen zusammenhängen. Damit lässt sich die Mensch-Maschine-Interaktion immer weiter verbessern.

KogniHome – die mitdenkende Wohnung

Zusammen mit den von Bodelschwinghschen Anstalten und weiteren Partnern entwickelt das Exzellenzcluster für Kognitive Interaktionstechnologie die mitdenkende Wohnung KogniHome.

Zum Ziel:

Eine Wohnung, die die Menschen in ihrem Alltag unterstützt – ausgestattet mit intelligenter, lernender Technik, die einfach durch Sprache oder Gestik bedient werden kann. Gerade die intuitive Steuerung bietet für Senioren und Menschen mit Behinderung eine Chance, länger in den eigenen vier Wänden zu wohnen

Achse Bielefeld – Lemgo 

Im September letzten Jahres gaben das Fraunhofer IOSB-INA Lemgo und die Technische Fakultät der Universität Bielefeld bekannt, gemeinsam eine Professur für Kognitive Automatisierung ins Leben zu rufen. In der Pressemitteilung heisst es dazu:

Die Professorin oder der Professor forscht und lehrt künftig an der Technischen Fakultät der Universität Bielefeld und leitet gleichzeitig die neu einzurichtende Abteilung für Kognitive Automatisierungstechnologien im Fraunhofer-Zentrum in Lemgo.

Von der Kooperation erhoffen sich die Beteiligten einen Schub für die Entwicklung mitdenkender Maschinen in der industriellen Produktion.

Der Beitrag erschien zuerst auf Westfalenlob

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Data-Banking made in Switzerland

Von Ralf Keuper

Daten sind, an dieser Erkenntnis führt kaum noch ein Weg vorbei, ein Wirtschaftsgut und Vermögenswert geworden, die es vor unberechtigten Zugriffen und zudringlichen Blicken zu schützen gilt. So gesehen überrascht es nicht, wenn entsprechende Lösungen aus der Schweiz kommen, wie BitsaboutMe. In gewisser Weise: Data Banking made in Switzerland bzw. die Wiederbelegung des Bankgeheimnisses auf Schweizer Art wie in Schweizer erfinden Daten-Bankgeheimnis und Schweizer Start-up gibt den Anwendern Datenhoheit zurück zu erfahren ist. 

Zur Funktionsweise heisst es im erstgenannten Beitrag:

BitsaboutMe fungiert als Frontend und Verteiler für die Daten. Entscheidet sich ein Nutzer, sein Datenprofil zum Tausch oder Verkauf anzubieten und erhält von einem interessierten Unternehmen ein Angebot, muss er explizit seine Zustimmung (Consent) zur Nutzung erteilen. BitsaboutMe bereitet die Profildaten für die Abwicklung auf, die auf Basis klar festgelegter und transparenter Nutzungsbedingungen erfolgt.

Unternehmen erhalten Zugang zum Nutzerprofil via API-Schnittstellen, wobei immer nur solche Daten weitergegeben werden, zu denen der Nutzer explizit seine Einwilligung erteilt hat. Alle anderen Daten bleiben sicher verschlüsselt im persönlichen Datenspeicher.

Crosspost von Bankstil

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Sicheres Identitäts- und Rechtemanagement mit ID-Chains – Interview mit Dr. Andreas Wilke (Bundesdruckerei GmbH)

Dr. Andreas Wilke, Foto: Bundesdruckerei GmbH

Digitale Identitäten mittels der Blockchain-Technologie zu verwalten gilt als vielversprechender Ansatz. Die Bundesdruckerei geht mit den ID-Chains einen Schritt über die derzeitigen Lösungen hinaus, indem sie eine modifizierte Blockchain einsetzt. Hierbei sind die Kettenglieder in beide Richtungen miteinander verknüpft. Im Gespräch mit Identity Economy erläutert Dr. Andreas Wilke (Foto), Innovationsentwickler bei der Bundesdruckerei GmbH, die Funktionsweise der ID-Chains und ihr breites Einsatzspektrum.

  • Herr Dr. Wilke, was ist Ihre Funktion bei der Bundesdruckerei, womit beschäftigen Sie sich bei Ihrer Arbeit schwerpunktmäßig?

Als Innovationsentwickler bei der Bundesdruckerei liegt der Fokus unserer Arbeit auf der Evaluation neuer und innovativer Technologien. Dabei klären wir die Frage, ob die evaluierten Technologien für das Geschäft der Bundesdruckerei zukünftig relevant sind. Wenn wir der Meinung sind, dass dies der Fall ist, entwickeln wir Prototypen bzw. Demonstratoren um die Machbarkeit zu demonstrieren. In Zusammenarbeit mit Partnern werden die Prototypen dann abschließend in Proof-of-Concept-Studien auf ihre Praxistauglichkeit getestet.

Anders als in der Blockchain sind die Kettenglieder hier in beiden Richtungen miteinander verknüpft – ein Block kennt also seinen Nachfolgerblock ebenso wie seinen Vorgängerblock. Durch diese Verkettungsstruktur lässt sich die Integrität von Blöcken und ihren jeweiligen Nachbarn in beide Richtungen detailliert und schnell überprüfen – bis hin zum letzten Kettenglied.

  • Als Absicherungsmechanismus verwendet die ID-Chain die Funktionen der quantenmechanischen Analytik. Können Sie das etwas näher erläutern?

Der Absicherungsmechanismus beginnt mit der Generierung einer atomaren Wellenfunktion für jeden Block. Dadurch können die Blöcke als Atome idealisiert und quantenmechanisch beschrieben werden. In der Analogie zur Natur können diese Atome dann auch Bindungen mit anderen Atomen (bei ID-Chains: Blöcken) eingehen, um Moleküle (bei ID-Chains: Blockketten) zu bilden. Durch diese Prinzipien entstehen zwischen zwei Blöcken einzigartige Molekülbindungen, die als Absicherungsmechanismus für die Blöcke und die Kette als Ganzes dienen.

  • Gibt es, abgesehen von dem neuartigen Absicherungsmechanismus, weitere Gründe, weshalb “herkömmliche” Blockchains für Ihren Anwendungsfall bzw. Ihr Proof of Concept nicht in Betracht kommen?

Die Blockchain eröffnet viele neue Möglichkeiten, eignet sich aufgrund ihrer technischen Grenzen jedoch nicht für jeden Bedarf.  Mit den ID-Chains wird das Prinzip der verketteten Blöcke an die Anforderungen eines leistungsfähigen und sicheren Identitäts- und Rechtemanagements angepasst. Wesentliche Unterschiede zur Blockchain liegen in der Erzeugung vieler einzelner ID-Chains statt einer einzigen, immer längeren Kette. Anstelle stets wachsender Ketten wie bei der Blockchain beruht der neue Ansatz auf Millionen einzelner ID-Chains. Jede von ihnen stellt eine separate Kette dar und lässt sich entsprechend einfach speichern oder stilllegen. So können  einzelne Ketten beispielsweise als ungültig markiert werden, womit das Recht auf Vergessen technisch realisierbar wird. Das ist bei herkömmlichen Blockchains weder möglich noch gewollt.

  • Was sind die Vorteile der ID-Chain für die Nutzer und Unternehmen?

Das neue Konzept der ID-Chains gibt die Kontrolle und Hoheit über Daten bzw. Berechtigungen in die Hände der verantwortlichen Nutzer. Dazu ein konkretes Beispiel:

Über den Zutritt zu einem Labor entscheidet der Leiter der Forschungsabteilung. Mit einer  ID-Chain delegiert er dieses Zugangsrecht an seinen Mitarbeiter und ermächtigt diesen, es bei Bedarf an Dritte weiterzugeben. Auf diese Weise kann der Mitarbeiter etwa einem Handwerker Zutrittsrechte verleihen, der dort etwas reparieren muss und sich nun für eine bestimmte Zeit frei im Labor bewegen darf. Bei jeder Berechtigungs-weitergabe  wird eine neue Kette angelegt und diese sicher gespeichert. So ist das Kettenglied „Zutrittsrecht Laborraum“ mit der Identität des Abteilungsleiters als ursprünglichem Rechteigentümer  untrennbar verbunden. In der zweiten ID-Chain gibt es als weiteres Kettenglied den  Mitarbeiter, der ein abgeleitetes Recht am Laborzugang besitzt. Die dritte Kette besteht aus folgenden Gliedern: dem Zutrittsrecht mit dem Chef als Rechteeigentümer,  dem Mitarbeiter als Mittelsmann, der dem externen Dienstleister zeitweise freien Zutritt gewährt, sowie dem  Handwerker. Wenn  sein Besuch beendet ist, legt der Chef oder sein Mitarbeiter diese dritte ID-Chain still. Nun kann der Handwerker das Labor nicht mehr selbstständig betreten. Auf diese Weise  kann der Forschungsleiter mit Hilfe der ID-Chains ohne zentralen Administrator auskommen, der ja traditionell die Rollen und Rechte vergibt.

  • In dem erwähnten Beitrag steht, dass der Datenschutz (DSGVO, Privacy by Design) bei den ID-Chains schon eingebaut ist. Können Sie das etwas näher erläutern?

Mit dem Konzept der ID-Chains gibt das System eine anwenderfreundliche Antwort auf die gestiegenen Erwartungen an Datenschutz und -sicherheit. Und zwar eine Antwort, die auch den hohen Anforderungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung entspricht. Diese sieht unter anderem das Recht auf Vergessenwerden vor sowie den Privacy-by-Design-Ansatz bei der Verarbeitung personenbezogener Daten. Bei diesen Forderungen stößt eine öffentliche Blockchain aufgrund ihrer Transparenz und nachträglichen Unveränderbarkeit der Kette auf Probleme. Hingegen ist beim technologischen Ansatz der ID-Chains der Datenschutz  systemimmanent. Jeder Nutzer kann nur das sehen, wofür er Berechtigungen hat. Innerhalb des Systems kann er nicht herausfinden, welche ID-Chains es sonst im System gibt. Das übergeordnete Ziel lautet: Jeder soll nur sehen können, was er sehen darf.

  • Besteht eine Verbindung zwischen der ID-Chain und der Kooperation der Bundesdruckerei mit VERIMI oder ist dies für einen späteren Zeitpunkt geplant?

Wir stehen natürlich grundsätzlich im Austausch mit den Kollegen von VERIMI. Zu konkreten Fragen zur heutigen oder geplanten technischen Infrastruktur von VERIMI nehmen wir grundsätzlich  keine Stellung, das machen die Kollegen von VERIMI selbst.

  • Ist die ID-Chain nur für interne Zwecke in Unternehmen oder auch für unternehmensübergreifende Anwendungsfälle gedacht?

Das Identitäts- und Rechtemanagement auf Basis von ID-Chains kann unabhängig von den vorhandenen Technologieplattformen eingesetzt werden. Sie dient als Drehscheibe zwischen Identitäten und Rechten – und funktioniert unabhängig vom Anwendungskontext sowohl zwischen Behörden, Unternehmen und Privatpersonen als auch innerhalb einer Organisation. In einem organisationsübergreifenden Einsatz des Systems könnte der Nutzer bei einer Job-Bewerbung dem möglichen Arbeitgeber Einblick in die Zeugnisse seiner schulischen und beruflichen Laufbahn gewähren. Bei der Nutzung innerhalb einer Organisation lässt sich jede Berechtigung eindeutig mit einem Mitarbeiter als Rechteeigentümer verknüpfen, der zugleich die Weitergabe der konkreten Berechtigung verantwortet. Das könnte wie bereits gesagt der Zutritt zu einem Gebäude oder Raum sein, die Bedienung einer Maschine, der Intranet-Zugang oder die Bearbeitung einer Datei.

  • Welche Branchen wollen Sie mit der ID-Chain ansprechen?

Wir sehen für die ID-Chains ein universales Anwendungsgebiet, welches nicht auf konkrete Branchen beschränkt ist.

  • Herr Dr. Wilke, wo sehen Sie in den nächsten fünf Jahren die größten Herausforderungen und Potenziale beim Einsatz der Blockchain-Technologie im Identitäts- und Rechtemanagement?

In klassischen Identitätsmanagementsystemen werden „Identitäten“ mit Personen gleichgesetzt. Allerdings lassen sich auch für Maschinen, Objekte oder Prozesse eine Identität definieren, die mit bestimmten Rechten ausgestattet werden und welche weitergegeben werden können – etwa den Zugang zu konkreten Daten oder den Zugriff auf bestimmte Geräte. Damit eröffnen sich für die Blockchain-Technologie neue Anwendungsfelder, etwa in einer automatisierten Produktion oder im Internet of Things.

Die größten Herausforderungen der Blockchain-Technologien sind die gestiegenen Erwartungen an Datenschutz und -sicherheit, die den hohen Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union entspricht.

  • Herr Dr. Wilke, besten Dank für das Gespräch!
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Identity Economy: Ein kurzer Wochenrückblick #47

Von Ralf Keuper

Anbei eine Aufstellung von Beiträgen, die mir in der vergangenen Woche besonders ins Auge gefallen sind:

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Opporty: A B2B-Marketplace Platform Powered by the Blockchain-Proof-of-Expertise – Distributed Trust Protocol

This white paper describes a blockchain-powered business relationships ecosystem, consisting of Proof-of-Expertise (PoE) protocol, a conditional business scoring system, and a B2B/B2C marketplace. The PoE protocol, along with the business scoring system, can be implemented on third-party applications and platforms in order to facilitate and secure transactions, and build trust among counterparties doing business — be they small and medium enterprises, corporations, or government organizations. The B2B/B2C marketplace is a one-of-a-kind ecosystem that empowers businesses with the benefits of blockchain technology, allowing for domestic and cross-border transactions, and corporate and government procurement. …

Our ultimate goal is to create a business toolset that enables companies and providers to conduct business based on established standards in a trustworthy environment, and allows for the development and implementation of PoE-empowered platforms onto third-party applications. We strive to make Opporty a global business marketplace and an expertise validation provider on the blockchain, with a solution that establishes and grows trusted business relationships globally. We aspire to become the primary source of distributed trust among the business community by implementing Proof-ofExpertise protocol to verify businesses’ trustworthiness and expertise, and by providing a risk-free environment for doing business through business scoring, decentralized escrow and smart contracts. …

Quelle / Link: Opporty: A B2B-Marketplace Platform Powered by the Blockchain-Proof-of-Expertise – Distributed Trust Protocol 

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Introducing Arianee – Smart-Link connecting assets, owners & brands

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